Karlrobert Schäfer

Aus Theaterlexikon
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* 29.12.1894 Jena (D), † 20.8.1970 Basel.

Schauspielausbildung am Hoftheater Weimar. Engagements: 1914/15 Halberstadt, 1915/16 Kiel, 1916–18 Metz, 1918/19 Riga, 1919–21 Baden-Baden, 1921/22 →Stadttheater Biel, 1922–25 Mainz. Ab 2.8.1925 am →Stadttheater Basel, unter →Oskar Wälterlins Direktion (1925–32) als jugendlicher Held und Liebhaber (unter anderem Ferdinand in Schillers "Kabale und Liebe", Titelrolle in Kleists "Prinz Friedrich von Homburg", Melchtal in Schillers "Wilhelm Tell", Oberon in Shakespeares "Ein Sommernachtstraum", Tempelherr in Lessings "Nathan der Weise", Camille Desmoulins in Büchners "Dantons Tod", Hettore Gonzaga in Lessings "Emilia Galotti", Max Piccolomini in Schillers "Wallenstein", Mortimer in Schillers "Maria Stuart"), später im Charakterfach (unter anderem Oswald in Ibsens "Gespenster", Titelrollen in Goethes "Torquato Tasso", in Shakespeares "Hamlet" und in Büchners "Leonce und Lena", Streeter in Ardreys "Leuchtfeuer", Squenz in Shakespeares "Ein Sommernachtstraum"), ab Mitte der vierziger Jahre vor allem in zahlreichen Chargenrollen. 1964/65 zum 70. Geburtstag Prof. Martin Gollwitz in Schönthans "Der Raub der Sabinerinnen". Diverse Inszenierungen, darunter Grillparzers "Weh dem, der lügt". Neben der Schauspieltätigkeit 1944–64 Chef der Billettkasse, dann bis 1969 Leiter der Bibliothek des Stadttheaters Basel. Ab 1950 als Gast auch an der →Komödie Basel, Mitwirkung in zahlreichen Hörspielen. Dem gewerkschaftlich engagierten S. (Personalvertreter im Verwaltungsrat, Delegierter in der Angestelltenkammer, langjährig Obmann des →SBKV) sind die Gründung und der Aufbau der Pensionskasse des Stadttheaters und deren Überführung in die staatliche Pensionskasse zu verdanken.

Literatur

  • Blubacher, Thomas: Befreiung von der Wirklichkeit? Das Schauspiel am Stadttheater Basel 1933–1945, 1995.


Autor: Thomas Blubacher



Bibliografische Angaben zu diesem Artikel:

Blubacher, Thomas: Karlrobert Schäfer, in: Kotte, Andreas (Hg.): Theaterlexikon der Schweiz, Chronos Verlag Zürich 2005, Band 3, S. 1581, mit Abbildung auf S. 1581.

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