Mime Berne, Bern BE

Aus Theaterlexikon
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Amateurtheater für Pantomime mit eigener Spielstätte

1967 wurde die M. unter dem Namen "Berner Pantomimen Ensemble" von →Ernst Georg Böttger gegründet und in der zweiten Hälfte der siebziger Jahre in "Mime Berne" umbenannt. Das Ensemble, dessen Mitglieder nebenberuflich mitwirkten, trat in wechselnder Zusammensetzung auf. Zu den Mitgliedern der ersten Stunde zählten unter anderen →Bernie Schürch, →Peter Wyssbrod und →Bernard Louis Rolli. 1972 wurde der Verein "Berner Pantomimen" als Trägerschaft des Ensembles gegründet. Bis 2004 war Böttger künstlerischer Leiter der Truppe, für die er zahlreiche Inszenierungen nach der von ihm begründeten Elementarpantomime schuf. Diese geht auf den Totenkult im antiken Griechenland zurück und greift die Bewegungsfolgen der damit verbundenen Fünfkampfübungen auf. Gezeigt wurden zunächst – vor allem in Berner Kleintheatern – Programme aus kurzen Solo- und Gruppennummern. Seit ihrem Bestehen gab die M. zahlreiche Gastspiele im In- und Ausland (1972, 1974 und 1976 am Internationalen Theaterfestival in Edinburgh, 1973 am Theaterfestival in Avignon, 1992 am Internationalen Pantomime-Festival in Jakarta). 1975 erhielten Mitglieder der M. erstmals das von Böttger initiierte, private Lehrdiplom in Elementarpantomime. Ab 1976 produzierte der Verein "Berner Pantomimen" verschiedene Volkstheaterinszenierungen unter der Regie Böttgers und der Mitwirkung der M. sowie zahlreicher Laiendarstellerinnen und -darsteller, beispielsweise 1976 und 1981 "Totentanz-Trilogie" und 1986 "Die Davidsharfe" (jeweils im Kirchlichen Zentrum Bürenpark in Bern) sowie 1984 "Die Pest" (im Berner Münster, in Zusammenarbeit mit dem Berner Autor Sergius Golowin). 1989 wurde das →Theater Remise in Bern als feste Spiel- und Probenstätte der M. eröffnet. Dort entstand unter der Leitung Böttgers eine Reihe von Mimodramen, basierend auf literarischen Vorlagen, unter anderem 1991 "Mimen Faust" nach Goethes "Urfaust", 1992 "Die chinesische Nachtigall", 1993 "Parzival oder die sieben Planeten", 1997 "Ödipus" nach Sophokles, 1998 "Mimen Faust" nach Goethes "Faust I und II" sowie 1999 "Der blaue Vogel" nach Maeterlinck. 1972 wurde die Arbeit der M. von Jürg von Allmen und Urs Hofstetter in dem zwanzigminütigen Film "Pantos mimestai – Pantomime" dokumentiert.

Literatur

  • Rölli Amarok, Edi (Hg.): Panto-Mime. Die Elementarpantomime nach Ernst Georg Böttger, 1993.
  • Böttger, Ernst Georg: Handbuch der Elementarpantomime, 2003.


Autorin: Christine Wyss



Bibliografische Angaben zu diesem Artikel:

Wyss, Christine: Mime Berne, Bern BE, in: Kotte, Andreas (Hg.): Theaterlexikon der Schweiz, Chronos Verlag Zürich 2005, Band 2, S. 1249–1250.