Thomas Hampson

Aus Theaterlexikon
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* 28.6.1955 Elkhart (USA).

Zunächst Studium in Politologie und internationalem Recht, dann Gesangsausbildung an der University of South California Los Angeles und bei Sister Marietta Coyle, Martial Singher, Elisabeth Schwarzkopf und Horst Günther. Nach anfänglich kleineren Rollen in den USA 1981–84 Engagement an der Deutschen Oper am Rhein Düsseldorf-Duisburg, wo er unter anderem als Figaro in Rossinis "Il barbiere di Siviglia" oder Belcore in Donizettis "L’elisir d’amore" Aufsehen erregte. Seit 1984 am →Opernhaus Zürich, zunächst Ensemblemitglied, später als regelmässiger Gast, wo er nach Rollen wie Malatesta in Donizettis "Don Pasquale", Lescaut in Massenets "Manon", Titelrolle in Händels "Giulio Cesare in Egitto" 1987 einen sehr erfolgreichen Don Giovanni in Mozarts gleichnamiger Oper gab (Regie: Jean-Pierre Ponnelle, musikalische Leitung: →Nikolaus Harnoncourt), den er seither unzählige Male verkörperte. Gastspielverträge führten ihn in der Folge an sämtliche grossen Opernhäuser der Welt, wo er in vielen wichtigen Rollen seines Fachs Erfolge feierte: Hamburg, Staatsoper München, seit 1986 Staatsoper Wien und Metropolitan Opera New York, Berlin, seit 1988 Salzburger Festspiele, Los Angeles, Rom, San Fransisco, seit 1993 Covent Garden Opera London, Paris. Zu den Partien, die er auch in Zürich sang, gehören: Marcello in Puccinis "La Bohème", die Mozart-Partien Guglielmo in "Così fan tutte", Conte di Almaviva in "Le nozze di Figaro", die Verdi-Partien Posa in "Don Carlos", Giorgio Germont in "La Traviata", die Titelpartie in "Macbeth", die Titelpartien in Tschaikowskys "Eugen Onegin" und Henzes "Der Prinz von Homburg", Wolfram in →Richard Wagners "Tannhäuser". Weitere Partien: Rossinis "Guglielmo Tell", die Titelpartie in Monteverdis "Il ritorno d’Ulisse in patria", Vicomte de Valmont in der Uraufführung von Conrad Susas "The Dangerous Liaisons" (1994 in San Francisco), die Titelpartien in Karol Szymanowskis "Król Roger" und Busonis "Doktor Faust", Mandryka in Richard Strauss’ "Arabella", die Titelpartie in der Uraufführung von Friedrich Cerha/Peter Turrinis "Der Riese vom Steinfeld" (2002 in Wien). Gastspielverträge auch am →Grand Théâtre in Genf. Seine stimmliche Beweglichkeit und charismatische Ausstrahlung machten H. zu einem der gefeiertsten Opernsänger seiner Zeit. Ebenso erfolgreich als Konzert-, Oratorien- und Liedsänger mit einem überaus breiten Repertoire (von Klassik bis Musical und Folksongs). Als Musikforscher bemühte sich H. unter anderem um das amerikanische Liedgut (Zusammenstellung eines Liedzyklus "I hear Amercia singing", aufgeführt in New York 1996, Videoaufzeichnung) und betätigte sich als Herausgeber der kritischen Edition von Schumanns "Dichterliebe" (1992) sowie von Gustav Mahlers Liedzyklus "Des Knaben Wunderhorn" (1993). Internationale Engagements als Musikpädagoge. Zahlreiche Einspielungen auf Tonträger.

Auszeichnungen

  • Mehrere Schallplattenpreise und Auszeichnungen von Fachzeitschriften sowie zahlreiche weitere Ehrungen, unter anderem
  • Ehrenmitglied der Royal Academy of Music London,
  • Ehrendoktor des Whitworth College,
  • 1999 Ernennung zum österreichischen Kammersänger.


Autorin: Regina Senften



Bibliografische Angaben zu diesem Artikel:

Senften, Regina: Thomas Hampson, in: Kotte, Andreas (Hg.): Theaterlexikon der Schweiz, Chronos Verlag Zürich 2005, Band 2, S. 792–793.

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