Alfred Vökt

From Theaterlexikon
Jump to: navigation, search

* 21.5.1926 Basel, † 14.6.1999 Basel.

Zunächst Studium der Jurisprudenz an der Universität Basel (1955 Promotion), daneben Gesangsausbildung in Basel privat bei Ernst Reiter. Engagements 1955–57 am →Stadttheater Basel (Chormitglied mit Soloverpflichtung), 1958/59 an den Städtischen Bühnen Oberhausen, 1959/60 am Stadttheater Giessen, 1960–62 an den Bühnen der Landeshauptstadt Kiel, 1962–65 am Staatstheater Kassel, 1965–68 an den Städtischen Bühnen Dortmund und 1968–92 an den Städtischen Bühnen Frankfurt am Main. Obwohl V. anfänglich auch in lyrischen Partien auftrat – beispielsweise als Ferrando und Belmonte in Mozarts "(Così fan tutte)" und "(Die Entführung aus dem Serail)" sowie als Conte Almaviva und Don Ramiro in Rossinis "(Il barbiere di Siviglia)" und "(La Cenerentola)" – stellte sich bald heraus, dass seine eigentlichen Stärken im Fach des Spiel- und Charaktertenors lagen. Als musikalisch, stimmlich und darstellerisch sehr gewandtem Interpreten gelangen ihm – auch ausserhalb des gewohnten Repertoires – glänzend gezeichnete Charakterstudien. Unter anderem waren dies Jeroschka in Borodins "(Fürst Igor)", Professor von Mucker in Henzes "(Der junge Lord)", Wolfgang Capito in →Paul Hindemiths "(Mathis der Maler)", Knusperhexe in Humperdincks "(Hänsel und Gretel)", Hauk-Šendorf in Janáčeks "(Die Sache Makropulos)", Pedrillo und Monostatos in Mozarts "(Die Entführung aus dem Serail)" und "(Die Zauberflöte)", Schwachsinniger in Mussorgskys "(Boris Godunow)", Roi Ménélas und vier Diener in Offenbachs "(La Belle Hélène)" und "(Les Contes d’Hoffmann)", Erzähler in Orffs "(Der Mond)", Jacob Glock in Prokofjews "(L’Ange de feu)", Goro in Puccinis "(Madama Butterfly)", Wenzel in Smetanas "(Die verkaufte Braut)", Tanzmeister, Monsieur Taupe, Valzacchi in den Richard-Strauss-Opern "(Ariadne auf Naxos)", "(Capriccio)" und "(Der Rosenkavalier)", Monsieur Triquet in Tschaikowskys "(Eugen Onegin)", Bardolfo in Verdis "(Falstaff)". V. sang ausserdem in den Uraufführungen von Henzes "(Il re cervo oder Die Irrfahrten der Wahrheit)" 1963 am Staatstheater Kassel den Checco (Regie: →Hans Hartleb, musikalische Leitung: Christoph von Dohnányi) und von Hans Zenders "(Stephen Climax)" 1986 an den Städtischen Bühnen Frankfurt am Main den Tanzlehrer Professor Maginni (Regie: Alfred Kirchner, musikalische Leitung: Peter Hirsch). Gelegentliche Gastspiele führten V. nach Bordeaux, an das Théâtre Royal de la Monnaie in Brüssel, an die Deutsche Oper am Rhein Düsseldorf-Duisburg, zum Edinburgh Festival, an die Hamburgische Staatsoper, an das Théâtre Musical de Paris, nach Toulouse und an das Theater an der Wien. Auch Tätigkeit als Konzertsänger.

Auszeichnungen

  • 1987 Ernennung zum Kammersänger in Frankfurt am Main.


Autor: Paul Suter



Bibliografische Angaben zu diesem Artikel:

Suter, Paul: Alfred Vökt, in: Kotte, Andreas (Hg.): Theaterlexikon der Schweiz, Chronos Verlag Zürich 2005, Band 3, S. 2021–2022.