Berner Troubadours, Bern BE

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Lose Gruppe von berndeutsch singenden Liedermachern ohne feste Spielstätte

1954–64 traten →Mani Matter und →Bernhard Stirnemann unabhängig voneinander mit berndeutschen Chansons auf. Die ersten gemeinsamen Abende der noch namenlosen B. (unter anderem Ruedi Krebs, Fritz Widmer und Stirnemann) fanden 1964/65 unter dem Programmtitel "Ballade, Lumpeliedli, Chansons à la Bernoise" im Berner →Theater der Untern Stadt im Rahmen des Lehrercabarets "Schifertafele" statt, welche vom Journalist Heinrich von Grünigen unter dem schliesslich für die B. namengebenden Titel "Bernische Troubadours im Rampenlicht" in der Berner Tageszeitung "Der Bund" besprochen wurden. 1966/67 traten die B. als Gruppe von "auteurs, compositeurs, interprètes" unter dem Namen "Die Berner Troubadours" im →Galerietheater Die Rampe in Bern auf (mit dabei Krebs, Matter, Stirnemann, Widmer, Markus Traber, Jacob Stickelberger und als Gast François Lilienfeld). Nach dem ersten grösseren Auftritt ausserhalb Berns 1967 im Theater →Fauteuil in Basel fanden bis 1975 Auftritte in verschiedenen Formationen sowie Soloabende statt. 1972 überschattete der Unfalltod von Matter das Schaffen der B. 1973 gestalteten Stickelberger und Widmer mit Matters "Kriminalgeschichte" und neuen Chansons ein Programm, 1976 traten die B. in der Besetzung Krebs, Stickelberger, Stirnemann, Traber, Widmer und Ruedi Stuber auf. Ab 1977 fanden in der ganzen Deutschschweiz neben Einzelauftritten vor allem Abende mit Krebs, Stirnemann und Traber statt. 1985 veranstalteten die B. zu ihrem zwanzigjährigen Jubiläum ein Konzert im →Stadttheater Bern, Bern BE. 1991 "No einisch z’viert. Best of Berner Troubadours" in der Mahogany Hall in Bern in der Besetzung Krebs, Stirnemann, Traber und Widmer, 1995 zusätzlich mit Stickelberger "30 Jahre Berner Troubadours" im Stadttheater Bern. Nebst den weiterhin stattfindenen Auftritten in verschiedenen Zusammensetzungen in der Deutschschweiz hatte 1999 das "Programm 2000: Gäng wie gäng" in der La Cappella in Bern mit Krebs, Traber, Stirnemann und Widmer Premiere. Bei den Auftritten singen die B. ihre Lieder in der Regel nacheinander und begleiten sich jeweils selbst auf der Gitarre. Die Liedtexte kreisen um Themen wie Liebe, Leben, Lokales, Skurriles und Sozialkritisches. Die B. stehen mit ihren berndeutschen Chansons am Anfang einer Dialektliederwelle, zu deren lang anhaltender Wirkung sie einen wichtigen Beitrag geleistet haben. Von den B. sind zahlreiche Solo- und Gruppentonträger erschienen und ihre Chansons haben in Schulbüchern und Liedersammlungen Aufnahme gefunden.

Auszeichnungen

  • 2002 Kulturpreis der Bürgi-Willert-Stiftung.


Autorin: Pia Strickler



Bibliografische Angaben zu diesem Artikel:

Strickler, Pia: Berner Troubadours, Bern BE, in: Kotte, Andreas (Hg.): Theaterlexikon der Schweiz, Chronos Verlag Zürich 2005, Band 1, S. 176.