Edita Gruberova

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* 23.12.1946 Rača bei Bratislava (SK). ∞ I. Stefan Klimo, Komponist und Musikwissenschaftler, ∞ II. Friedrich Haider, Pianist und Dirigent. Mutter der Tänzerin und Choreografin Barbara Klimo.

Gesangsstudium in Bratislava und Wien (bei Ruthilde Boesch). Operndebüt 1968 als Rosina in Rossinis "Il barbiere di Siviglia" am Nationaltheater Bratislava. Seit ihrem ersten Auftritt als Königin der Nacht in Mozarts "Die Zauberflöte" 1970 Mitglied der Wiener Staatsoper. Dort hatte G. 1976 als Zerbinetta in Richard Strauss’ "Ariadne auf Naxos" unter Karl Böhm einen sensationellen Erfolg, der ihre Weltkarriere einleitete. Mit dem Beginn der Direktionsära →Christoph Groszer wurde G. 1986 auch Ensemblemitglied des →Opernhauses Zürich und hat seither ihren Wohnsitz in der Schweiz. Mit der Zürcher Oper ist sie allerdings bereits seit 1978 als Gast verbunden: nach Zerbinetta folgten 1981 Giunia in Mozarts "Lucio Silla" und 1981/82 Rosina. Seit 1986 ist G. mit ihren Paraderollen für Koloratursopran in Zürich ausserordentlich beliebt und erfolgreich. Hier sang sie Konstanze in Mozarts "Die Entführung aus dem Serail" und Donna Anna in dessen "Don Giovanni", Adele in Johann Strauß’ "Die Fledermaus", Gilda in Verdis "Rigoletto", die Titelpartien in Donizettis "La Fille du régiment", "Lucia di Lammermoor", "Linda di Chamounix", "Anna Bolena", "Maria Stuarda" sowie Elisabetta in "Roberto Devereux", die Titelpartie in Rossinis "Semiramide" sowie die Bellini-Partien Elvira in "I puritani", Beatrice di Tenda in der gleichnamigen Oper und Amina in "La sonnambula". Sie gastierte unter anderem am Gran Teatre del Liceu Barcelona (seit 1978 Konstanze, Violetta Valéry in Verdis "La Traviata", Zerbinetta, Marie in Donizettis "La Fille du régiment", Lucia, Elisabetta, Anna Bolena), an der Lyric Opera of Chicago (1986 Lucia), an der Staatsoper Dresden (1997 Elisabetta), am →Grand Théâtre in Genf (1982 Amina), an der Hamburgischen Staatsoper, an der Kölner Oper, am Teatro San Carlo in Lissabon (1996 Elvira), an der Covent Garden Opera London (1984 Giulietta in Bellinis "I Capuleti ed i Montecchi", Zerbinetta, Lucia), am Teatro alla Scala in Mailand (Konstanze, Lucia, Donna Anna, Zerbinetta, Linda di Chamounix), an der Bayerischen Staatsoper München (seit 1977 Titelpartie in Massenets "Manon", Zerbinetta, Donna Anna, Konstanze, Königin der Nacht, Lucia, Anna Bolena, Elvira), an der Metropolitan Opera New York (1977 Königin der Nacht, 1979 Zerbinetta, Violetta Valéry, Lucia, Elvira), an der Opéra de Nice (1999 Marie), am Teatro La Fenice in Venedig (1992 Violetta Valéry) sowie bei den Festspielen von Bregenz (1986 Elvira), Glyndebourne (1973 Königin der Nacht), Salzburg (unter anderem 1974 und 1978–83 Königin der Nacht, 1975 Konstanze, 1979–82 Zerbinetta, 1990 Donna Anna) und Versailles (1988 Violetta Valéry) sowie seit 1993 auch in Japan. Dank perfekter Technik und silbern leuchtendem Timbre vermag G. auch mancher handlungsarmen Belcanto-Oper berührendes Leben und Spannung zu verleihen. Dass sie ausserdem über reiche darstellerische Farben verfügt, beweisen ihre faszinierenden Rollenporträts, die vom naiv-jungen Mädchen (Amina) über die durchtrieben-kecke Hausangestellte (Adele) und die sensible, durch unglückliche Liebe wahnsinnig gewordene junge Adelige (Lucia) bis zur eifersüchtigen, alternden Königin (Elisabetta) reichen. Grosse Bedeutung auch als Liedersängerin. Zahlreiche Einspielungen auf Tonträger.

Auszeichnungen

  • 1980 Österreichische Kammersängerin,
  • 1988 Ehrenmitglied der Wiener Staatsoper,
  • 1989 Bayerische Kammersängerin,
  • 1991 International Music Award,
  • 1997 Bayerischer Verdienstorden,
  • 1999 Bayerischer Maximiliansorden für Wissenschaft und Kunst (im Bereich Kunst).

Literatur

  • Rishoi, Niel: E. G., 1996.


Autor: Paul Suter



Bibliografische Angaben zu diesem Artikel:

Suter, Paul: Edita Gruberova, in: Kotte, Andreas (Hg.): Theaterlexikon der Schweiz, Chronos Verlag Zürich 2005, Band 1, S. 758–759.

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