Hanne Wegener-Lisken

Aus Theaterlexikon
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* 19.6.1883 Moers (D), † 1.2.1950 München (D), eigentlich Johanne W. ∞ Hans Wegener, Pfarrer und Schriftsteller. Tante der Sängerin und Gesangspäda­gogin Emmy Seiltgen-Lisken, Grosstante der Sängerin Annette Seiltgen. W. sang bis 1917 unter dem Namen Hanne beziehungsweise Hanna Lisken.

Die jugendlich-dramatische, später hochdramatische Sopranistin zählte 1911–14 zu den wichtigsten Ensemblemitgliedern der zweiten Hälfte der Direktionsära Benno Koebke am →Stadttheater Bern. 1914–17 war W. fest am →Stadttheater Zürich engagiert, wo sie bereits 1913/14 gastiert hatte und nach ihrer Heirat bis 1922/23 weiterhin als Gast auftrat. Dort vermochte sie als Wagner-Sängerin grosse Erfolge zu verzeichnen: als Senta in "Der fliegende Holländer", Ortrud in "Lohengrin", Kundry in "Parsifal", Irene in "Rienzi", Venus und Elisabeth in "Tannhäuser", Isolde in "Tristan und Isolde", Fricka in "Das Rheingold" und Brünnhilde in "Die Walküre", "Siegfried" und "Götterdämmerung". In Zürich war sie ausserdem eine stimmlich-darstellerisch eindrückliche Interpretin der Marta in d’Alberts "Tiefland", Leonore in Beet­hovens "Fidelio", Norma in Bellinis gleichnamiger Oper, Bertalda in Lortzings "Undine", Santuzza in Mascagnis "Cavalleria rusticana", Valentine in Meyerbeers "Les Huguenots", der Titelpartie in Puccinis "Tosca", der Feldmarschallin in Richard Strauss’ "Der Rosenkavalier", der Verdi-Partien Aida in "Aida", Amelia in "Un ballo in maschera" und Leonora in "Il Trovatore" sowie der Rezia in Webers "Oberon". Sie sang in den Schweizer Erstaufführungen von d’Alberts "Die toten Augen" (1917, als Maria von Magdala, Regie: →Hans Rogorsch, musikalische Leitung: →Max Conrad) und Richard Strauss’ "Elektra" (1916, in der Titelpartie, Regie: Rogorsch, musikalische Leitung: →Robert F. Denzler). Am →Stadttheater Basel trat sie 1914/15 als Leonore in "Fidelio" und 1918/19 als Isolde auf. Bis 1925 hatte sie ihren Wohnsitz in Zürich. Nach einem kurzen Aufenthalt in Dresden lebte sie mit ihrem Mann ab 1926 in München.



Autor: Paul Suter



Bibliografische Angaben zu diesem Artikel:

Suter, Paul: Hanne Wegener-Lisken, in: Kotte, Andreas (Hg.): Theaterlexikon der Schweiz, Chronos Verlag Zürich 2005, Band 3, S. 2058, mit Abbildung auf S. 2058.