Max Conrad

Aus Theaterlexikon
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* 11.8.1872 Berlin (D), † 5.7.1963 Zürich.

Sohn eines Musiklehrers und einer Sängerin. Sängerknabe am Berliner Königlichen Domchor, Besuch des Luisen-Konservatoriums in Berlin, danach Tätigkeit als Klavierlehrer und Konzertbegleiter. Ab 1894 Dirigent an verschiedenen Bühnen, unter anderem in Erfurt, Reval, Kiel sowie 1896/97 am →Stadttheater Bern, Bern BE. 1900–37 Engagement am →Stadttheater Zürich, zunächst als Chorleiter und Korrepetitor, später als erster Kapellmeister. Er dirigierte die grossen Opern und Operetten des damaligen Spielplans (unter anderem 1924 Hans Pfitzners "Der arme Heinrich", 1925 Richard Strauss’ "Josephslegende", 1928 Verdis "La forza del destino", 1933 Puccinis "Turandot"), doch setzte er sich auch für moderne Werke ein, besonders für Schweizer Komponisten. So brachte er →Hans Jelmolis "Sein Vermächtnis" (1904), →Arthur Honeggers "Judith" (1927), "Amphion" (1933) und die Neufassung der "Antigone" (1934), →Gustave Dorets "Les Armaillis" (1910) sowie →Othmar Schoecks "Penthesilea" (1928) und "Vom Fischer un syner Fru" (1933) zur Aufführung. C. selbst komponierte Bühnenmusiken (unter anderem zu Shakespeares "Was ihr wollt" und "Wie es euch gefällt", Hauptmanns "Und Pippa tanzt" sowie zu zahlreichen Märchen und Festspielen). Nach seiner Pensionierung blieb er dem Stadttheater Zürich noch jahrelang als Mitglied des Regiekollegiums und Dramaturg verbunden. Er verfasste den "Neuen Führer durch Oper und Operette" (1945) und veröffentlichte 1956 seine Autobiografie "Im Schatten der Primadonnen. Erinnerungen eines Theaterkapellmeisters".

Auszeichnungen

  • 1960 Ehrenmitglied des Stadttheaters Zürich.

Nachlass

  • Zentralbibliothek Zürich.


Autorin: Ingrid Bigler-Marschall



Bibliografische Angaben zu diesem Artikel:

Bigler-Marschall, Ingrid: Max Conrad, in: Kotte, Andreas (Hg.): Theaterlexikon der Schweiz, Chronos Verlag Zürich 2005, Band 1, S. 405.

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