Norman Mittelmann

Aus Theaterlexikon
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* 25.5.1932 Winnipeg (CDN).

Gesangsstudien in Philadelphia, Santa Barbara und Florenz. Nach ersten Auftritten in Santa Barbara (als Conte Almaviva in Mozarts "Le nozze di Figaro" und Harlekin in Richard Strauss’ "Ariadne auf Naxos") nahm seine internationale Karriere 1958 in Toronto mit Marcello in Puccinis "La Bohème" ihren Anfang. Es folgten Engagements 1959–61 an den Städtischen Bühnen Essen, 1960–64 an der Deutschen Oper am Rhein Düsseldorf-Duisburg und 1964–82 am →Opernhaus Zürich. Als Kavaliers- und italienischer Heldenbariton stand M. in der besonderen Gunst des Zürcher Publikums. Seine darstellerische Begabung und eine hervorragend geschulte, üppig klingende Stimme kamen in den Werken Verdis besonders zur Geltung: M. sang Amonasro in "Aida", Renato in "Un ballo in maschera", Posa in "Don Carlo", Don Carlo di Vargas in "La forza del destino", Giorgio Germont in "La Traviata", Conte di Luna in "Il Trovatore" sowie die Titelpartien in "Falstaff", "Nabucco", "Rigoletto" und "Simon Boccanegra". Weitere Höhepunkte seines Zürcher Repertoires waren Don Pizarro in Beethovens "Fidelio", Escamillo in Bizets "Carmen", Enrico in Donizettis "Lucia di Lammermoor", Carlo Gérard in Giordanos "Andrea Chénier", Tonio in →Ruggero Leoncavallos "I pagliacci", Giovanni Morone in Pfitzners "Palestrina", Baron Scarpia in Puccinis "Tosca", Achilles in →Othmar Schoecks "Penthesilea", Mandryka in Richard Strauss’ "Arabella" sowie die Wagner-Rollen Amfortas in "Parsifal", Wolfram von Eschenbach in "Tannhäuser" und Kurwenal in "Tristan und Isolde". Ausserdem sang M. 1970 Georges Danton in der Schweizer Erstaufführung von Gottfried von Einems "Dantons Tod" (Regie: Otto Schenk, musikalische Leitung: →Armin Jordan). M.s Karriere hatte von Beginn an internationale Dimensionen angenommen. Bereits 1961 trat er an der Metropolitan Opera New York auf und blieb diesem Haus mit Unterbrüchen bis 1984 verbunden. Weitere Gastverpflichtungen brachten ihn an die Deutsche Oper Berlin, ans Teatro Colón Buenos Aires, nach Chicago (unter anderem 1966 Ruprecht in Prokofjews "L’Ange de feu" und 1982 vier Bösewichter in Offenbachs "Les Contes d’Hoffmann"), zum Maggio Musicale Fiorentino in Florenz (1972 Titelpartie in Rossinis "Guglielmo Tell"), 1969–77 an die Hamburgische Staatsoper (unter anderem 1970 Daniel in der Uraufführung von →Paul Burkhards "Ein Stern geht auf aus Jaakob", musikalische Leitung: Burkhard), an die Covent Garden Opera London, ans Teatro alla Scala in Mailand, an die Bayerische Staatsoper München, an die Opéra de Paris, nach San Francisco (unter anderem 1972 Nelusco in Meyerbeers "L’Africaine" und 1979 Barnaba in Ponchiellis "La Gioconda"), ans Staatstheater Stuttgart, ans Teatro La Fenice in Venedig und an die Staatsoper Wien (unter anderem 1960 Titelrolle in Borodins "Fürst Igor" und 1961 Eugen Onegin in Tschaikowskys gleichnamiger Oper).

Literatur

  • Speiser, Irène: N. M. In: Zelger-Vogt, Marianne/Honegger, Andreas: Stadttheater – Opernhaus, 1991.


Autor: Paul Suter



Bibliografische Angaben zu diesem Artikel:

Suter, Paul: Norman Mittelmann, in: Kotte, Andreas (Hg.): Theaterlexikon der Schweiz, Chronos Verlag Zürich 2005, Band 2, S. 1252–1253.

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