Ottilia Mére

Aus Theaterlexikon
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* 11.3.1931 Budapest (H), † 25.12.1987 Wabern BE. ∞ Jozsef Horváth, Sänger und Gesangspädagoge.

Studium am Konservatorium in Budapest. Engagements 1953–66 am Opernhaus Szeged, 1966–78 am →Stadttheater Bern, anfänglich als Ensemblemitglied, dann als ständiger Gast. Unter der Direktion von →Walter Oberer entwickelte sich die Koloratursopranistin M. am Stadttheater Bern mit ihrer glanzvollen, höhensicheren Stimme und durch packende darstellerische Rollenporträts zu einem Publikumsliebling. Ihre wichtigsten Partien waren hier die Titelfiguren in Donizettis "Anna Bolena" und "Lucia di Lammermoor" und →Rolf Liebermanns "Penelope", die Mozart-Rollen Fiordiligi in "Così fan tutte", Konstanze in "Die Entführung aus dem Serail", Contessa Almaviva in "Le nozze di Figaro", Königin der Nacht in "Die Zauberflöte", Hélène in Offenbachs "La Belle Hélène" sowie Violetta Valéry in Verdis "La Traviata", die sie auch an der Staatsoper Budapest, am →Stadttheater St. Gallen (1972/73) und am →Opernhaus Zürich (1968–71) sang. Am Stadttheater Bern wirkte sie in mehreren Schweizer Erstaufführungen mit, unter anderem 1967 als Ginevra in Händels "Ariodante" und als Frau Oberjustizrat Hasentreffer in Henzes "Der junge Lord", 1968 als Kreusa in Cherubinis "Medea" und als Anaide in Rossinis "Mosè". Ausserdem gestaltete M. 1968 die Titelpartie in der deutschsprachigen Erstaufführung von Haydns "Armida". Gastverpflichtungen unter anderem in Antwerpen, Brüssel, Gent, Graz, Lüttich und Saarbrücken. Ab 1975 bis zu ihrem Tod gesangspädagogische Tätigkeit.



Autor: Paul Suter



Bibliografische Angaben zu diesem Artikel:

Suter, Paul: Ottilia Mére, in: Kotte, Andreas (Hg.): Theaterlexikon der Schweiz, Chronos Verlag Zürich 2005, Band 2, S. 1232, mit Abbildung auf S. 1232.

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