Berner Tanztage, Bern BE

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Tanzfestival

1987 von Reto Clavadetscher (Geschäftsführung) und Michaela Pavlin (künstlerische Betreuung) als Verein gegründet, der "die Organisation und Durchführung von Tanzveranstaltungen im Raum Bern sowie die allgemeine Förderung des künstlerischen Tanzes auf nationaler und internationaler Ebene" zum Ziel hat. Seit 1991 liegt die künstlerische Leitung der B. bei Clavadetscher und Claudia Rosiny. Jeweils während dreier Wochen im August/September (seit 2003 im Juni) präsentieren die B. zeitgenössische Tanzgruppen aus dem In- und Ausland, die hauptsächlich Schweizer Erstaufführungen zeigen. 1989–97 organisierte der Verein B. "Danse Noël", ein Tanzfestival zwischen Weihnachten und Neujahr. Der Verein B. und das Festival werden unter anderem von nationaler (Kulturstiftung Pro Helvetia), kantonaler und städtischer Seite (Bern) unterstützt, von Stiftungen, privatwirtschaftlichen Sponsoren und Gönnern sowie den Vereinsmitgliedern mitfinanziert. Ab den dritten Berner Tanztagen wurden die Festivalprogramme unter ein Motto gestellt, beispielsweise 1989 "Glanztage", 1990 "ostwärts", 1991 im Jubiläumsjahr "700 Jahre Eidgenossenschaft" war es "made in Switzerland", 1997 "Kunststückkörper", 1998 "Tanzvolk" oder 2000 "sexchangesex". In künstlerischer und/oder technischer Hinsicht aussergewöhnliche Höhepunkte zeigten unter anderen: 1989 die Compagnie Maguy Marin (Frankreich) mit "Eh, qu’est-ce que ça m’fait à moi!?" und 1999 mit "Pour ainsi dire", 1994 Douglas Wright Dance Company (Neuseeland) mit "Forever", 1995 Charleroi/Danses – Plan K (Belgien) mit "Ex machina" und 1997 "Moving Target", 1995 →Alias Compagnie (Genf) mit "Moving a perhaps" und 1996 "contrecoup" (beide im Rahmen von Danse Noël), 1996 Batsheva Dance Company (Tel Aviv) mit "Yag", 1997 Performance Troupe Taihen (Japan) mit "Departed Soul" und Alito Alessi & Emery Blackwell (USA) mit mehreren Kurzchoreografien, 1998 Vertigo Dance Company (Israel) mit "Bordomino", 1999 Meg Stuart und Damaged Goods (Belgien) mit "appetite", Chico MacMurtrie & Amorphic Robot Works (Kalifornien) mit "The Ancestral Path" und Diquis Tiquis (Costa Rica) mit "Shy Shining Walls". Seit 1989 fanden die Aufführungen hauptsächlich in der →Dampfzentrale, im →Schlachthaus Theater, Bern BE und ab 1998 begleitend im Kornhausforum statt, je nach Projekt auch an ungewöhnlichen Orten (zum zehnjährigen Jubiläum inszenierte →Christian Mattis auf dem Bundesplatz Bern ein Hubstapler-Ballett, 2001 kreierten die Berner öff öff Productions ein Spektakel an und unter der Kirchenfeldbrücke). Die B. gelten als innovatives und wichtigstes Schweizer Tanzfestival mit internationaler Ausstrahlung und werden durch ein oft zum Thema passendes Rahmenprogramm ergänzt. Dieses umfasst unter anderem Tanz- und Videoworkshops, Film- und Videovorführungen, Dance-Ability-Workshops mit Behinderten und Nichtbehinderten, Community Dance, Vorträge, Disco und Ausstellungen.

Auszeichnungen

  • 1992 Kulturpreis der Burgergemeinde Bern,
  • 2005 Kulturpreis des Kantons Bern.


Autorin: Marianne Mühlemann



Bibliografische Angaben zu diesem Artikel:

Mühlemann, Marianne: Hanns Wagner, in: Kotte, Andreas (Hg.): Theaterlexikon der Schweiz, Chronos Verlag Zürich 2005, Band 1, S. 175–176.