Carl Fischer

Aus Theaterlexikon
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* 4.7.1888 Zürich, † 10.1.1987 Herrliberg ZH, eigentlich Karl Leonhard F.

1903–06 Lehre als Holzbildhauer in Zürich, 1908 und 1909 an der Kunstgewerbeschule in Bern, nach Reisen Eröffnung einer eigenen Werkstatt. 1914–54 Lehrer für Modellieren und Holzbildhauerei an der Kunstgewerbeschule Zürich; 1947–54 war er stellvertretender Leiter dieser Schule. Zudem als freier Künstler tätig. 1918 wurde anlässlich der Schweizerischen Werkbund-Ausstellung, die →Alfred Altherr organisiert hatte, ein Marionettentheater als Teil der Ausstellung präsentiert und bespielt. F. schuf dafür bereits erste Marionetten. So drechselte er beispielsweise die von →Sophie Taeuber entworfenen Marionetten zu Gozzis "König Hirsch" und schnitzte die im Stil des Kubismus und Expressionismus entworfenen Figuren zu Debussys "La Boîte à joujoux" nach Entwürfen von →Otto Morach (1918). 1919 folgte die Neugründung dieses Theaters unter dem Namen →Schweizerisches Marionettentheater im Kunstgewerbemuseum Zürich. F. fertigte für diese hauptsächlich von Lehrenden und Schülern der Kunstgewerbeschule betriebene Bühne, die bis 1935 bestand, für rund dreissig Inszenierungen die Figuren. Für Emil Alfred Herrmanns Weihnachtsspiel "Das Gotteskind" (1921) entwarf er zudem (gemeinsam mit Morach) die Figuren und bearbeitete den Text. Der Figur des Zürcher Dialekt sprechenden Hansjoggels, die 1923 von Max Tobler für →Carl Friedrich Wiegand/→Jakob Rudolf Weltis "Doktor Faust. Ein Puppenspiel" entworfen worden war, verlieh er ihr charakteristisches Aussehen. In der Zeit von 1942–60 erstellte F. die Figuren für die →Zürcher Marionetten, die Nachfolgebühne des Schweizerischen Marionettentheaters.



Autorin: Elke Krafka



Bibliografische Angaben zu diesem Artikel:

Krafka, Elke: Carl Fischer, in: Kotte, Andreas (Hg.): Theaterlexikon der Schweiz, Chronos Verlag Zürich 2005, Band 1, S. 597–598.

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