Carol Smith

Aus Theaterlexikon
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* 20.2.1926 Oak Park (USA). ∞ Audinoff Zanforlin, Violinist.

Gesangsstudium in Chicago. S. wirkte während der ersten Jahre ihrer Laufbahn ausschliesslich als Konzertsängerin in den USA und in Kanada. Nach weiterer Ausbildung bei Mario Cordone in Mailand 1961 Operndebüt als Moraima in Giorgio Federico Ghedinis "Re Hassan" am Teatro San Carlo in Neapel. Einziges festes Engagement 1966–81 am →Opernhaus Zürich. Hier interpretierte sie unter anderem Néris in Cherubinis "Medea", Geneviève in Debussys "Pelléas et Mélisande", Maria in Gershwins "Porgy and Bess", Santuzza in Mascagnis "Cavalleria rusticana", Giulietta in Offenbachs "Les Contes d’Hoffmann", die Titelpartie in →Othmar Schoecks "Penthesilea", Czipra in Johann Strauß’ "Der Zigeunerbaron", Gräfin in Tschaikowskys "Pique Dame", Ortrud in →Richard Wagners "Lohengrin" und Brangäne in dessen "Tristan und Isolde". Einen besonderen Platz in ihrem Repertoire hatten jedoch die Partien für Alt und dramatischen Mezzosopran in den Opern Verdis: Amneris in "Aida", Ulrica in "Un ballo in maschera", Eboli in "Don Carlo", Mrs. Quickly in "Falstaff" und Azucena in "Il Trovatore". In Zürich sang sie zudem in mehreren Schweizer Erstaufführungen, darunter 1970 Pantasilea in Alberto Ginasteras "Bomarzo" (Regie: Imo Moszkowicz, musikalische Leitung: →Ferdinand Leitner), 1971 Sara in Donizettis "Roberto Devereux" (Regie: →Martin Markun, musikalische Leitung: →Nello Santi) und 1974 Pythia in Aribert Reimanns "Melusine" (Regie: Peter Beauvais, musikalische Leitung: Leitner). Eine bedeutende internationale Karriere führte sie unter anderem an die Deutsche Oper Berlin (1965 Azucena unter Herbert von Karajan), ans →Stadttheater Bern (1970 Eboli), nach Chicago (1962 Kontschakowna in Borodins "Fürst Igor"), an die Deutsche Oper am Rhein Düsseldorf-Duisburg (1972 Eboli), nach Frankfurt am Main (1966 Amneris), ans →Grand Théâtre in Genf (1969 Amneris, 1970 Ulrica, 1975 Mrs. Quickly), an die Hamburgische Staatsoper (1965–73 Amneris, Eboli, Azucena), ans →Stadttheater Luzern (1973/74 Azucena), nach Marseille (1966 La cieca in Ponchiellis "La gioconda"), ans Teatro alla Scala in Mailand (1965 Amneris, Eboli), nach Monte Carlo (1968 Charlotte in Massenets "Werther"), an die Staatsoper München (1970–75 Amneris, Eboli, Mrs. Quickly), ans Teatro San Carlo in Neapel (1969 Charlotte), zu den Salzburger Festspielen (1971 Messaggera und Proserpina in Monteverdis "L’Orfeo"), an die Württembergischen Staatstheater Stuttgart (1973 Eboli), nach Washington, D. C. (1971 Lucretia in der Uraufführung von Ginasteras "Beatrix Cenci") und an die Staatsoper Wien (1965 Amneris, 1966 Eboli). Ihren Abschied von der Bühne gab S. 1983 am Stadttheater Giessen als Madame Flora in Menottis "The Medium". Sie verfügte über eine dunkel leuchtende, in allen Lagen satt klingende Stimme und war eine überaus intensive Darstellerin. Grosse Bedeutung auch als Konzertsängerin. Mehrere Einspielungen auf Tonträger. Gesangspädagogische Tätigkeit 1979–84 am Konservatorium und nach 1996 privat in Zürich sowie 1984–96 an der Indiana University Bloomington.



Autor: Paul Suter



Bibliografische Angaben zu diesem Artikel:

Suter, Paul: Carol Smith, in: Kotte, Andreas (Hg.): Theaterlexikon der Schweiz, Chronos Verlag Zürich 2005, Band 3, S. 1691.

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