Jean-Claude Auvray

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* 14.5.1942 Saint-Lô (F).

Parallele Ausbildung zum Schauspieler, Regisseur und Bühnenbildner. Schauspieler am Théâtre National Populaire in Paris. 1969–72 Regieassistenzen bei Jean Vilar, Margherita Wallmann, Jean-Pierre Ponnelle und →Giorgio Strehler. 1973–77 Spielleiter am Théâtre national de l’Opéra de Paris unter →Rolf Liebermann. Seither weltweite Karriere als Opernregisseur, unter anderem in Paris an der Opéra (1982 Puccinis "Tosca" und Mozarts "Così fan tutte") und an der Opéra Comique, an den Festivals von Aix-en-Provence (1981 Rossinis "Tancredi") und Verona (1988 Ponchiellis "La Gioconda"), am Mailänder Teatro alla Scala, an der English National Opera, an den Opernhäusern von Kopenhagen, Houston und Tel Aviv und immer wieder bei den Chorégies in Orange (unter anderem 1984 und 1990 Verdis "Don Carlo", 1985 Mussorgskys "Boris Godunow", 2000 Puccinis "Tosca"). In der Schweiz inszenierte A. am →Grand Théâtre in Genf (1978 Verdis "La Forza del Destino" und 1996 Monteverdis "Il Ritorno d’Ulisse in Patria"), 1981–88 an den →Basler Theatern in der Ära von →Horst Statkus (unter anderem 1981 Verdis "Rigoletto", 1982 Puccinis "Il Trittico", 1983 Gounods "Roméo et Juliette", 1985 Donizettis "Lucia di Lammermoor", 1986 Puccinis "Madama Butterfly", 1987 Offenbachs "Les Contes d’Hoffmann" und Mozarts "Le Nozze di Figaro", 1988 Verdis "Falstaff" und Mozarts "Idomeneo"), 1992–99 am →Stadttheater Luzern wieder unter Statkus (1992 Bizets "Carmen", 1993 Puccinis "La Bohème" und "Madama Butterfly", 1995 Beethovens "Fidelio", 1998 Mozarts "Così fan tutte", 1999 Brittens "Peter Grimes") sowie am Théâtre Municipal in Lausanne (unter anderem 1992 Mozarts "Die Entführung aus dem Serail", 1994 Verdis "Un ballo in maschera"). Für seine hoch ästhetischen, oft opulenten Inszenierungen arbeitete A. mit Ausstattern wie Hubert Monloup, Gianmaurizio Fercioni und Rosalie Varda zusammen. In seinen besten Arbeiten gelang es ihm, durch eine Verlegung der Opernhandlung in ein ungewohntes Umfeld den Kern eines Werkes neu erfahrbar zu machen, beispielsweise im Basler "Rigoletto", den er im Gangstermilieu von Chicago ansiedelte.

Auszeichnungen

  • 1977 Prix du Syndicat de la Critique für die Inszenierung der französischen Erstaufführung von Henzes "Der Prinz von Homburg" im Théâtre du Capitole in Toulouse.


Autor: Alfred Ziltener



Bibliografische Angaben zu diesem Artikel:

Ziltener, Alfred: Jean-Claude Auvray, in: Kotte, Andreas (Hg.): Theaterlexikon der Schweiz, Chronos Verlag Zürich 2005, Band 1, S. 95.