Konrad Falke

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* 19.3.1880 Aarau AG, † 28.4.1942 Eustis (USA), eigentlich Karl Frey.

Studierte ein Semester Jurisprudenz in Neuenburg, dann moderne Philologie und Philosophie in Heidelberg und Zürich. 1903 Promotion, 1908 Publikation der Habilitationsschrift "Wenn wir Toten erwachen! Ein Beitrag zur Kenntnis Ibsens". F. lehrte ab 1906 am Eidgenössischen Polytechnikum Zürich als Privatdozent für Ästhetik, nach der Habilitation für deutsche Literatur 1910–21 an der Universität Zürich. Einige Jahre lang Theaterkritiker der "Züricher Post" (Kürzel: K. F-e.) und Mitarbeiter der "Frankfurter Zeitung". Seine ersten Dramen wurden, mit wechselndem Erfolg, von →Alfred Reucker am →Pfauentheater Zürich uraufgeführt: "Francesca da Rimini" (10.12.1903), "Sühne" (8.3.1906), "Masken" (28.1.1908), "Michelangelo" (10.12.1909), "Caesar Imperator" (18.11.1911). Unter dem Titel "Träume" wurden am 27.3.1911 drei Einakter am →Stadt- und Aktientheater St. Gallen aufgeführt, darunter F.s erfolgreichstes Stück "Dante Alighieri". Seit 1916 in Feldbach lebend, meldete sich F. als freier Schriftsteller regelmässig in der "Neuen Zürcher Zeitung" mit zeitkritischen und in den dreissiger Jahren mit dezidiert antifaschistischen Kommentaren zu Wort. 1924 Mitbegründer und erster Präsident der →GSD. 1930–33 liess F. seine "Dramatischen Werke" auf eigene Kosten in fünf Bänden erscheinen. 1937–40 zusammen mit Thomas Mann Herausgeber der Zeitschrift "Mass und Wert". 1939 siedelte F. in die USA über. Weitere Bühnenwerke (Auswahl): "Astorre" (1912); "Die Bakchantinnen des Euripides" (publiziert 1919, Uraufführung 17.6.1942 als Freilichtspiel im Hof des Kunstmuseums Basel); "Pauls Hochzeit" (1932); "Totenmarke", "Dämon" und "Flirt" (Einakter, Uraufführung 18.1.1950, →Theater der Untern Stadt Bern); "Allerseelen" (Uraufführung 28.10.1951, →Stadttheater St. Gallen); "Die Schweizer" (Opernlibretto, 1910, Musik: →Hans Jelmoli, Uraufführung 8.4.1954, Limmathaus Zürich). F. verfasste auch eine in ihrer Art einzigartige Studie zur Rolleninterpretation des Schauspielers Josef Kainz (Kainz als Hamlet, 1911), ausserdem Essays, Novellen und zwei Romane.

Literatur

  • Inderbitzin, Zeno: K. F., 1958.

Nachlass

  • Zentralbibliothek Zürich.


Autor: Tobias Hoffmann-Allenspach



Bibliografische Angaben zu diesem Artikel:

Hoffmann-Allenspach, Tobias: Konrad Falke, in: Kotte, Andreas (Hg.): Theaterlexikon der Schweiz, Chronos Verlag Zürich 2005, Band 1, S. 555–556.

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