Niklaus Helbling

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* 27.2.1959 Zürich. ∞ Brigitte H., Autorin, Übersetzerin und Herausgeberin.

1980–85 Studium der Germanistik, Geschichte und Literaturkritik an der Universität Zürich. 1985–88 Lehrtätigkeit in den Fächern Deutsch und Geschichte an verschiedenen Zürcher Gymnasien, ausserdem Mitglied einer freien Theatergruppe. Ab 1988 vorerst Dramaturgieassistent, 1989–98 Dramaturg am Thalia Theater Hamburg unter der Intendanz von →Jürgen Flimm. Dort Zusammenarbeit unter anderem mit →Katharina Thalbach, Ruth Berghaus und Robert Wilson. Seit 1998 arbeitet H. als freier Dramaturg, Regisseur und Autor im deutschsprachigen Raum. 1993 gründete er zusammen mit dem Musiker Martin Gantenbein und dem Multimediadesigner Walter Stulzer das Label "Mass & Fieber", unter dem in der Folge mehrere CDs erschienen. Ab 1998 entstanden unter dem Namen "Mass & Fieber" auch Theaterproduktionen, bei denen H. als Autor, Dramaturg und Regisseur, Brigitte H. als Koautorin, Gantenbein und Markus Schönholzer als Musiker, Fabienne Hadorn als Darstellerin, Dirk Thiele als Bühnen- und Kostümbildner und Salome Schneebeli als Choreografin mitwirkten. Weitere Beteiligte wurden produktionsweise engagiert. Bisher wurden aufgeführt: 1999 "Bambifikation. Plastikmenschen sehen dich an" als Koproduktion mit dem →Theater an der Winkelwiese Zürich (uraufgeführt im Zürcher Szenelokal "Katakombe"), zahlreiche Gastspiele (unter anderem in Bern, Hamburg, Stuttgart, Hannover, Hildesheim und beim Off-Theater-Festival "Impulse" in Nord­rhein-Westfalen) sowie Ausstrahlung als Hörspiel; 2000 "Präriepriester. Eine Westernprojektion" als Koproduktion mit dem →Theaterhaus Gessnerallee Zürich, Kampnagel Hamburg und dem →Schlachthaus Theater Bern, Gastspiele in Braunschweig, Freiburg im Breisgau und Basel; 2000 die eintägige Performance "Dead Cowboys Radio Show" in Zusammenarbeit mit der freien Radio-Gruppe Ligna (Hamburg) an der Expo Hannover und beim "Steirischen Herbst" in Graz; 2001 "Krazy Kat. Die Liebe im Zeichen des Pflastersteins" nach George Herrimans gleichnamigem Zeitungscomic (1913–43) als Koproduktion mit dem Theaterhaus Gessnerallee und den Sophiensälen Berlin, Gastspiele in Bern, Basel und Mannheim; 2002 "Red Cross Over" an der Schweizerischen Landesausstellung Expo.02, 2003 "Autodrom" als Koproduktion mit dem Theaterhaus Gessnerallee. H. inszenierte ausserdem an der →Schauspiel-Akademie Zürich (1999 "Mauskröten" nach einer Erzählung von Jakob Michael Reinhold Lenz), am Schauspielhaus Bochum (2000 Uraufführung von Sibylle Bergs "Helges Leben", eingeladen zu den Mülheimer Theatertagen, 2002 Corneilles "Der Cid", 2003 Uraufführung von Sibylle Bergs "Schau, da geht die Sonne unter"), am Nationaltheater Mannheim (2001 "Auguste Bolte" nach Kurt Schwitters, 2002 "Isabella von Ägypten" nach Achim von Arnim), 1998 Dramaturgie zur Uraufführung von Alfred Kolleritschs "Die geretteten Köche" (Regie: Marc Günther) beim "Steirischen Herbst" in Graz. Als kontinuierlichen Bestandteil seiner Theaterarbeit sieht H. die Nachwuchsförderung und übernimmt deshalb seit 1989 regelmässig Lehraufträge: am Studiengang Schauspieltheater-Regie der Universität Hamburg (1989–99), an der Schauspiel-Akademie Zürich (1994–2001) und seit 1999 für die Bühnenbildklasse von Raimund Bauer an der Hochschule für bildende Künste Hamburg.

Auszeichnungen

  • 1999 1. Preis sowie Publikumspreis beim "Impulse"-Festival für "Bambifikation".


Autorin: Sonja Galler



Bibliografische Angaben zu diesem Artikel:

Galler, Sonja: Niklaus Helbling, in: Kotte, Andreas (Hg.): Theaterlexikon der Schweiz, Chronos Verlag Zürich 2005, Band 2, S. 820–821.

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