Ruth Pache

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* 10.5.1919 Cham ZG.

Gesangsausbildung 1936–38 bei Anna Müller in Zug und 1938–44 am Konservatorium Zürich bei Ria Ginster, 1943 Meisterkurs bei Heinrich Schlusnus in Braunwald. Engagements 1944/45 bei →Radio Svizzera Italiana (RSI), 1945–59 am →Städtebundtheater Biel-Solothurn, 1959–61 am Landestheater Innsbruck und 1962–63 an der Israelischen Nationaloper Tel Aviv. P. begann als lyrische Koloratursopranistin und übernahm in späteren Jahren auch Partien des jugendlich-dramatischen Fachs. Ein Schwerpunkt ihres Repertoires am Städtebundtheater waren die Mozart-Rollen Fiordiligi in "Così fan tutte", Donna Anna in "Don Giovanni", Blonde und Konstanze in "Die Entführung aus dem Serail", Contessa Almaviva in "Le nozze di Figaro", Pamina in "Die Zauberflöte" sowie die Verdi-Partien Amelia in "Un ballo in maschera", Leonora di Vargas in "La forza del destino", Gilda in "Rigoletto", Violetta Valéry in "La Traviata" und Leonora in "Il Trovatore". Daneben trat sie in einer Fülle von Opern- und Operettenpartien auf, unter anderem als Norina in Donizettis "Don Pasquale", Lady Harriet Durham in Flotows "Martha", Marguerite in Gounods "Faust", Malwine von Hainau in Jessels "Schwarzwaldmädel", Laura in Millöckers "Der Bettelstudent", Antonia in Offenbachs "Les Contes d’Hoffmann", in den Puccini-Partien Mimì in "La Bohème", Cio-Cio San in "Madama Butterfly" und Floria Tosca in "Tosca", Rosalinde in Johann Strauß’ "Die Fledermaus" und Saffi in dessen "Der Zigeunerbaron", Zerbinetta in Richard Strauss’ "Ariadne auf Naxos", Elisabeth in →Richard Wagners "Tannhäuser" und Kurfürstin Marie in Zellers "Der Vogelhändler". In Innsbruck erweiterte P. ihr Repertoire mit Isabella in Egks "Columbus", Romilda in Händels "Serse", der Titelrolle in Puccinis "Turandot" und Lisa in Tschaikowskys "Pique Dame"; in Tel Aviv sang sie unter anderem Maddalena di Coigny in Giordanos "Andrea Chénier" und Liù in Puccinis "Turandot". Bis Anfang der siebziger Jahre gastierte P. unter anderem am →Stadttheater Bern, Städtebundtheater Biel-Solothurn, →Stadttheater Luzern, →Stadttheater St. Gallen (1949 Titelpartie in Suppés "Die schöne Galathee") und am →Stadttheater Zürich (1952/53 Sonja in Lehárs "Der Zarewitsch") sowie in Innsbruck (1968 Cio-Cio San), am Landestheater Linz (1965 Mimì) und am Landestheater Salzburg. Wirkte später in Biel als Gesangspädagogin.



Autor: Paul Suter



Bibliografische Angaben zu diesem Artikel:

Suter, Paul: Ruth Pache, in: Kotte, Andreas (Hg.): Theaterlexikon der Schweiz, Chronos Verlag Zürich 2005, Band 2, S. 1365.

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