Willy Jäggi

Aus Theaterlexikon
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* 7.5.1925 Basel. Vater des Sängers Andreas J.

1945–47 Studium der Kunstgeschichte, Archäologie und Germanistik in Basel, 1945 auch Regieassistent am →Stadttheater Basel (bei Werfels "Jacobowsky und der Oberst" und O’Neills "Marco Polos Millionen", Regie jeweils: →Franz Schnyder) und Mitwirkung beim Studententheater im →römischen Theater Augst (Chorführer in Aristophanes’ "Der Frieden", Regie: →Karl Gotthilf Kachler). 1947–48 Mitarbeit beim Amerbach Verlag, 1948–49 beim Birkhäuser Verlag, 1949–60 beim Verlag S. Karger (alle in Basel). Zudem 1947–58 Theaterkritiker beim "Basler Volksblatt". J. wirkte 1955 beim Aufbau der "Schweizerischen Theaterzeitung" mit, deren verantwortlicher Redaktor er 1957–67 war. 1958 gründete er zusammen mit Rudolf Indle­kofer den Verlag "Basilius Presse Basel" und war bis 1970 im Nebenamt deren verantwortlicher Redaktionsleiter. 1960 wurde er für neun Jahre Direktor der Buchhandlung "Karger Libri AG", 1970 Geschäftsführer der Buchhandlung Helbing & Lichtenhahn, 1971 Mitinhaber des Verlags Helbing & Lichtenhahn, den er 1974 kaufte. 1974 gründete er als Nachfolgefirma die "W. Jäggi AG", deren Leitung er (zusammen mit seiner Frau) bis 1990 innehatte. J. verfasste die Theaterstücke "Fürchtet Euch nicht. Ein historisches Schauspiel der Gegenwart" (Uraufführung 13.2.1955 am →Stadttheater Chur, Regie: →Markus Breitner) und "In einer Stunde fährt das Schiff. Traumspiel in drei Aufzügen" (Uraufführung im Dezember 1956 am Podium-Theater Basel). Für den Hörfunk schrieb er "Der Heilige mit dem Papagei – eine Hörnovelle um Bruder Jonathan" (entstanden 1954, Erst­sendung am 7.2.1960 ORF/Radio Klagenfurt). J. war Herausgeber der international beachteten Reihe "Theater unserer Zeit" in der "Basilius Presse Basel". Er hielt zahlreiche Vorträge über moderne Dramatik. 1944–47 war er Mitglied des Vorstands der Jugend-Theatergemeinde Basel, ab 1953 des Theatervereins Basel, 1962–74 Vorstandsmitglied und 1967–74 Vizepräsident der →SGTK, seit 1987 Mitglied des Organisationskomitees von →Basel tanzt. 2000 erschien J.s Autobiografie "Memoiren".

Auszeichnungen

  • 1953 gewann er beim Hamburger Dramenwettbewerb "Auf der Suche nach jungen Autoren" mit "In einer Stunde fährt das Schiff" den ersten Preis.
  • Das von ihm zusammen mit Siegfried Melchinger herausgegebene Bilderbuch "Harlekin. Bilderbuch der Spassmacher" (1959) wurde als schönstes Schweizer Buch ausgezeichnet.


Autor: Dietrich Seybold



Bibliografische Angaben zu diesem Artikel:

Seybold, Dietrich: Willy Jäggi, in: Kotte, Andreas (Hg.): Theaterlexikon der Schweiz, Chronos Verlag Zürich 2005, Band 2, S. 915.

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