Markus Breitner

Aus Theaterlexikon
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* 23.3.1902 Czernowitz (Tschernowzy, heute: UA), † 30.10.1988 Winterthur ZH.

Schauspielausbildung in Czernowitz und Brünn. Erste Engagements ab 1921 in Czernowitz, Innsbruck und auf Tournee. 1924–27 als Schauspieler, Sänger und Inspizient am Neuen Operetten-Theater Bern (→Theater National, Bern BE), 1927–32 am neu gegründeten →Städtebundtheater Biel-Solothurn, zuerst als Inspizient, 1930–32 als Spielleiter der Operette. Ab 1932 als Schauspieler und Regisseur unter der Direktion von Theo Schmidt-Porten, dann unter Gisa Krasensky am →Sommertheater Winterthur, Winterthur ZH im Restaurant "Strauss". 1935 übernahm B. die Direktion des Sommertheaters, die er bis 1981 innehatte. In der ersten Spielzeit wurden innerhalb von drei Monaten noch über 25 verschiedene Stücke aufgeführt, in den siebziger Jahren waren es noch acht Inszenierungen pro Saison. B. verpflichtete unter anderem →Traute Carlsen, →Harald Tauber, Max Caro, →Toni von Tuason, Horst Kepka und →Marianne Kober (1941 Titelrolle in →Hans Haug/→Rudolph Bolo Maeglins "Gilberte de Courgenay"), →Susi Kertes, →Hans Duran und →Melanie Münzner sowie prominente Gäste wie →Leopold Biberti (1940 Petrucchio in Shakespeares "Der Widerspenstigen Zähmung"), →Heinrich Gretler (1941 in →Albert Jakob Weltis "Steibruch"), →Therese Giehse, →Fritz Delius, →Emil Hegetschweiler, →Alfred Lohner und den Komiker →Rudolf Bernhard. B. pflegte zwar auch das ernste Schauspiel, setzte aber vor allem klassische Lustspiele und zeitgenössische Unterhaltungsstücke auf den Spielplan, in späteren Jahren zahlreiche Boulevardkomödien, die von Schweizer Darstellern wie →Jörg Schneider, →Peter W. Staub oder →Schaggi Streuli gespielt wurden. B. inszenierte mit grossem Erfolg Stücke von Nestroy ebenso wie Kishons "Der Trauschein" und Bethencourts "Der Tag, an dem der Papst gekidnappt wurde". 1935–52 leitete B. die Tourneen des Volksschauspielers →Fredy Scheim, zeitweise war er Tourneeleiter von →Voli Geiler und →Walter Morath. 1949–71 war B. Direktor des →Stadttheaters Chur, 1955–66 sowie interimistisch 1967/68 zugleich Direktor des Städtebundtheaters Biel-Solothurn. Prägende Regisseure unter B.s Direktion waren dort →Franz Johann Danz, →Siegfried Süssenguth, Duran und →Egon Waldmann, im Musiktheater →Otto Fillmar. B. selbst inszenierte unter anderem Kleists "Der zerbrochene Krug", Lessings "Nathan der Weise", Shakespeares "König Lear", Goldonis "Die venezianischen Zwillinge", →Friedrich Dürrenmatts "Die Physiker", Johann Strauß’ "Die Fledermaus", →Max Frischs "Biografie. Ein Spiel", →Bertolt Brechts "Herr Puntila und sein Knecht Matti".

Auszeichnungen

unter anderem

  • 1977 "Recherche de Qualité"des Ordens Saint Fortunat Paris,
  • 1978 Kunstpreis der Carl-Heinrich-Ernst-Stiftung Winterthur,
  • Kunstpreis der Stadt Biel,
  • Ehrenmitglied des →SBV, des Theatervereins Winterthur und des Sommertheaters Winterthur.

Literatur

  • Rüegg, Hans Heinrich (Hg.): M. B. Ein Mann und sein Theater [1981].
  • Gojan, Simone/Krafka, Elke (Hg.): Theater Biel Solothurn – Théâtre Bienne Soleure, 2004.

Nachlass

  • Teilnachlass in der Schweizerischen Theatersammlung, Bern.


Autor: Thomas Blubacher



Bibliografische Angaben zu diesem Artikel:

Blubacher, Thomas: Markus Breitner, in: Kotte, Andreas (Hg.): Theaterlexikon der Schweiz, Chronos Verlag Zürich 2005, Band 1, S. 268.

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