Wolfgang Haller

Aus Theaterlexikon
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∞ →Sylva Denzler, Schauspielerin und Regisseurin.

Abitur in Hamburg, während des Zweiten Weltkriegs Einzug zum Wehrdienst und Gefangenschaft in Russland. Nach einer Verpflichtung als Schauspieler 1950/51 am Stadttheater Hildesheim war H. 1951–56 am →Stadttheater Luzern engagiert, wo er rund fünfzig Rollen spielte, darunter Orsino in Shakespeares "Was ihr wollt" und Horatio in dessen "Hamlet", Hofmarschall von Kalb in Schillers "Kabale und Liebe" und Spiegelberg in dessen "Räubern", Ivan Kaliajev in Camus’ "Die Gerechten", Fürst Leopold in Kálmáns Operette "Die Csárdásfürstin", Cléante in Molières "Tartuffe", Zeno der Isaurier in →Friedrich Dürrenmatts "Romulus der Grosse", Brighella in Goldonis "Der Lügner" und Judas in Diego Fabbris "Prozess Jesu". In Luzern wirkte H. auch als Regisseur, so inszenierte er 1952 Haydns "Die Welt auf dem Monde" sowie 1954 Nicolais "Die lustigen Weiber von Windsor", →Alfred Gehris "Sechste Etage" und Ladislaus Fodors "Arm wie eine Kirchenmaus". 1956–59 war H. als Schauspieler, Dramaturg und Spielleiter am Theater am Roßmarkt in Frankfurt am Main tätig. Nachdem er bereits 1955 sein Luzerner Engagement für eine mehrmonatige Gastverpflichtung als Schauspieler und Spielleiter an den Deutschen Kammerspielen in Santiago de Chile unterbrochen hatte, wirkte er dort und später an den damit verbundenen Kammerspielen in Buenos Aires 1959–63 und 1969–71 unter der Direktion von Reinhold K. Olszewski als Oberspielleiter. Zwischen und parallel zu diesen Engagements sowie nach 1971 gastierte H. als Schauspieler unter anderem am Deutschen Schauspielhaus in Hamburg (1960/61), am →Schauspielhaus Zürich (1970 Daniel Tucker in Peter Barnes’ "Die herrschende Klasse"), am →Sommertheater Winterthur und regelmässig an der Komödie in Frankfurt am Main (dem ehemaligen Theater am Roßmarkt). Mit →Elsie Attenhofer spielte er 1969 in der Uraufführung ihrer Zwei-Personen-Komödie "Der grüne Eimer" sowie 1973 Jerome Kiltys "Geliebter Lügner" an verschiedenen Schweizer Bühnen. Zudem unternahm H. ab 1963 Gastspieltourneen mit szenischen Bearbeitungen von Romanen oder Dramen unter der Regie von Denzler, in denen er alle Rollen selbst spielte, beispielsweise "Fabian und die Sittenrichter" nach Erich Kästners "Fabian", "Bekenntnisse des Hochstaplers Felix Krull" nach Thomas Manns gleichnamigem Roman, "Ich bin nicht Stiller!"nach →Max Frischs "Stiller", "Rechenschaft eines Brandstifters" nach Siegfried Lenz’ "Heimatmuseum" und "Faust" nach Goethe. Mit diesen Soloprogrammen gastierte er – mit Unterstützung der Goethe-Institute und Schweizer Botschaften – in rund vierzig Ländern auf vier Kontinenten. Diverse Fernsehrollen.



Autor: Redaktion



Bibliografische Angaben zu diesem Artikel:

Redaktion: Wolfgang Haller, in: Kotte, Andreas (Hg.): Theaterlexikon der Schweiz, Chronos Verlag Zürich 2005, Band 2, S. 788.