Ben van Cauwenbergh

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* 5.6.1958 Antwerpen (B). Bruder des Tänzers Tom van Cauwenbergh. ∞ Nadia Deferm, Tänzerin. C., früh von seiner Mutter, ebenfalls Tänzerin und Ballettlehrerin, gefördert, erhielt seine Ausbildung am Stedelijk Instituut voor Ballet Antwerpen.

Engagements als Tänzer 1976–77 am Königlichen Ballett von Flandern in Antwerpen, 1978–84 am London Festival Ballet (English National Ballet, ab 1980 als erster Solotänzer) und 1984–87 erneut am Königlichen Ballett von Flandern unter Valery Panov. Ausserdem Gastsolist unter anderem am Niedersächsischen Staatstheater Hannover, an der Berliner Oper sowie an der Mailänder Scala. 1987–89 Engagement am →Stadttheater Bern, Bern BE unter →Riccardo Duse und →Reda Sheta, 1989–92 am →Stadttheater Luzern zunächst als Solist und Assistent des Ballettdirektors Duse, ab 1990 als Ballettdirektor und Choreograf. Seit 1992 ist C. Ballettdirektor und erster Solist am Hessischen Staatstheater Wiesbaden, wo er 1996 die Internationale Ballettschule Ben van C. gründete. In Luzern pflegte C. klassisches Ballett auf hohem Niveau, das auch Raum hatte für Experimente und Humor. Bereits kurze Zeit nach seinem Amtsantritt präsentierte er ein äusserst homogenes Ensemble von dreizehn Tänzerinnen und Tänzern. Er arbeitete regelmässig mit Panov zusammen, der für das Luzerner Ballett oppulent expressive Choreografien schuf, und mit dessen Frau Galina Panova, hervorragende Solistin und Ballettmeisterin. Für Luzern choreografierte C. unter anderem 1989 "Adieu Eternel", "1942" (Musik: Schostakowitsch) und "Fight for Peace", 1990 "Percussion" (Musik: Sven-David Sandstrøm), "Alien" (Musik: Prokofjew), "Brahms Tänze" und "Hand Made", 1991 "Triangle" (Musik: Benedetto Marcello), "Off Balance" (Musik: Peter Sigrist), "Caruso" (Musik: Lucio Dalla) und "Die drei Musketiere" nach Dumas (Musik: Jean Daetwyler) sowie 1992 "Revolution" (Musik: Chopin). In Wiesbaden entstanden weitere wichtige Choreografien: die Neufassungen von Klassikern wie Prokofjews "Romeo und Julia" (1992), Tschaikowskys Ballettsuiten "Schwanensee" (1995), "Der Nussknacker" (1995) und "Dornröschen" (2003) sowie Adams "Giselle" (1998), aber auch Ballette zu populärer Musik des 20. Jahrhunderts wie "Tanz als Lied – Lied als Tanz" zu Liedern von Jacques Brel und Musik von Erwin Schulhoff (1993), "Rock around Barock" (1995) und "Cirque du Ballet" (1999) mit der Wiesbadener Rockband Mallet sowie ein Ballettabend nach Piazollas Operita "Maria de Buenos Aires" (2003).

Auszeichnungen:

unter anderem

  • 1976 "Chausson d’Or" in Brüssel,
  • Goldmedaille am →Prix de Lausanne und
  • Silbermedaille am Internationalen Ballettwettbewerb in Varna (Bulgarien).


Autorin: Lilo Weber



Bibliografische Angaben zu diesem Artikel:

Weber, Lilo: Ben van Cauwenbergh, in: Kotte, Andreas (Hg.): Theaterlexikon der Schweiz, Chronos Verlag Zürich 2005, Band 1, S. 361–362.

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