Hans Peter Scheidegger

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* 23.2.1953 La Bottière BE, heute: JU.

Nach dem Studium der Germanistik und Musikwissenschaft an der Universität Bern Gesangsausbildung bei Jakob Stämpfli am →Konservatorium für Musik und Theater Bern und an der Folkwang-Hochschule in Essen. Engagements 1984–86 am →Stadttheater Luzern, 1986–89 am Badischen Staatstheater Karlsruhe, 1989–92 am →Theater Basel und seit 1992 am Niedersächsischen Staatstheater Hannover. S.s erste Fachpartie im seriösen Bassrepertoire war Jacopo Fiesco in Verdis "Simon Boccanegra" 1983 am Stadttheater Luzern. Ab 1984 folgten dort Leporello in Mozarts "Don Giovanni", Conte di Walter in Verdis "Luisa Miller", Pfarrer in →Heinrich Sutermeisters "Die schwarze Spinne", Alidoro in Rossinis "La Cenerentola" und Rocco in Beethovens "Fidelio". Am Staatstheater Karlsruhe sang S. unter anderem Rocco, den Doktor in Bergs "Wozzeck", Gobrias in Händels "Belsazar", Commendatore in Mozarts "Don Giovanni" und Sarastro in dessen "Zauberflöte", Sir Morosus in Richard Strauss’ "Die schweigsame Frau", Fürst Gremin in Tschaikowskys "Eugen Onegin", Jacopo Fiesco sowie König Heinrich in →Richard Wagners "Lohengrin" und Veit Pogner in dessen "Meistersingern von Nürnberg". Am Theater Basel, wo S. seit 1983/84 als Theseus in Brittens "A Midsummer Night’s Dream" und Collatinus in dessen "Rape of Lucretia" sowie Ferrando in Verdis "Il Trovatore" gastiert hatte, folgten nun Rocco, Doktor, König Marke in Wagners "Tristan und Isolde" und Pimen in Mussorgskys "Boris Godunow". In Hannover erweiterte S. sein Repertoire um weitere grosse Basspartien wie Méphistophélès in Gounods "Faust", Seneca in Monteverdis "L’incoronazione di Poppea", Baron Ochs in Richard Strauss’ "Der Rosenkavalier", Filippo II in Verdis "Don Carlo" und Zaccaria in dessen "Nabucco", Hagen in Wagners "Götterdämmerung" und Gurnemanz in dessen "Parsifal". Gleichzeitig übernahm er mit Don Pizarro in Beethovens "Fidelio", Rangoni in Mussorgskys "Boris Godunow", Orest in Richard Strauss’ "Elektra", der Titelrolle in Verdis "Falstaff" und den Wagner-Partien Holländer in "Der fliegende Holländer", Hans Sachs in "Die Meistersinger von Nürnberg", Wotan in "Das Rheingold" und "Die Walküre" sowie Wanderer in "Siegfried" bedeutende Aufgaben aus dem Fach für Charakter- und Heldenbariton. In Hannover sang er ausserdem Enkidu in der Uraufführung von Volker David Kirchners "Gilgamesh" (2000). S. gastierte unter anderem am →Stadttheater Bern, in Düsseldorf-Duisburg (1996 Wanderer), am →Grand Théâtre in Genf (1985 Trulove in Strawinskys "The Rake’s Progress", 1991 Gessler in Rossinis "Guglielmo Tell", 1995 Doktor), an der Hamburgischen Staatsoper, in Lüttich (1992 Hunding in Wagners "Die Walküre"), an der Mailänder Scala, am Staatstheater am Gärtnerplatz München, an der Opéra de Paris (1988/89 Veit Pogner), in Rio de Janeiro (1996 Rocco), am →Opernhaus Zürich (1990/91 Sarastro) sowie an den Städtischen Theatern Chemnitz (seit 1998 Wotan und Wanderer in Wagners "Der Ring des Nibelungen"). Zahlreiche Konzertverpflichtungen.

Auszeichnungen

  • 1982 Solistenpreis des Schweizerischen Tonkünstlervereins,
  • 1987 Preis der Zeitschrift "Opernwelt" beim Belvedere-Wettbewerb für Opernsänger in Wien.


Autor: Paul Suter



Bibliografische Angaben zu diesem Artikel:

Suter, Paul: Hans Peter Scheidegger, in: Kotte, Andreas (Hg.): Theaterlexikon der Schweiz, Chronos Verlag Zürich 2005, Band 3, S. 1591–1592.

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