Joachim Wolf

Aus Theaterlexikon
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* Wiesbaden (D).

Bereits als Gymnasiast Schauspielunterricht, 1955 Debüt am Zimmertheater Studio 51 in Wiesbaden. Danach leitete W. in Wiesbaden das dem Werbefilmstudio Borchmann angeschlossene Privattheater Studio Nerotal, wo erste eigene Schauspielinszenierungen entstanden. 1957 nahm W. ein Gesangsstudium auf; ab 1960 folgten erste Engagements als Sänger in Österreich. Daneben inszenierte er Operetten für verschiedene Tourneetheater sowie erneut in Wiesbaden Boulevardstücke. 1964–67 war W. am →Städtebundtheater Biel-Solothurn verpflichtet, wo er als Bassbariton vorwiegend in Operetten auftrat. Zu seinen Partien zählten unter anderem Professor Dr. Hinzelmann in →Ralph Benatzkys "Im weissen Rössl", der Wirt Jürgen in Léon Jessels "Schwarzwaldmädel", der alte Jude in d’Alberts "Die toten Augen", Oberst Pritschitsch in Lehárs "Die lustige Witwe" und Antonio in Mozarts "Die Hochzeit des Figaro". 1967–69 war W. am →Stadttheater St. Gallen engagiert. Dort inszenierte er Lehárs "Der Graf von Luxemburg" sowie Nedbals "Polenblut" und verkörperte Rollen in Schauspiel, Operette und Musical, etwa Gremio in Shakespeares "Der Widerspenstigen Zähmung", den Theaterdirektor in Giraudoux’ "Undine", den Gefängniswärter Frosch in Johann Strauß’ "Die Fledermaus", Alfred P. Doolittle in Loewe/Lerners "My Fair Lady" (erneut 1979), Baron Weps in Zellers "Der Vogelhändler" und den Obereunuchen in Lehárs "Das Land des Lächelns". Es folgten Engagements als Sänger, Schauspieler und Operettenregisseur 1969–70 an der Städtischen Bühne Heidelberg und 1971–76 am Stadttheater Bremerhaven. 1976 kehrte W. in die Schweiz zurück und trat bis 1993 als Sänger und Schauspieler – häufig in komischen Rollen – am →Musiktheater der Orchestergesellschaft Biel und am →Städtebundtheater Biel-Solothurn auf. Er verkörperte dort beispielsweise erneut den Obereunuchen in Lehárs "Das Land des Lächelns" und Alfred P. Doolittle in Loewe/Lerners "My Fair Lady" sowie Schmussheim in Jessels "Schwarzwaldmädel", den Grossfürsten in Lehárs "Der Zarewitsch", den Oberkellner Pelikan in der eigenen Inszenierung von Kálmáns "Die Zirkusprinzessin", Bruder Ignatius in Edmund Eyslers "Die gold’ne Meisterin" (ebenfalls auch Regie), Onkel Fritz in →Paul Burkhards "Der schwarze Hecht", Jau in Hauptmanns "Schluck und Jau" und Mr. Gibbs in Kesselrings "Arsen und Spitzenhäubchen". Parallel zu seinen Verpflichtungen in Biel und Solothurn trat W. an verschiedenen Berner Bühnen auf, etwa am →Galerietheater Die Rampe (1978 Baumeister in Havels "Audienz", 1979 Hauptrolle des Verrückten in Fos "Zufälliger Tod eines Anarchisten"), am →Atelier-Theater (1978–89, unter anderem Compagnon Mansky in Molnárs "Spiel im Schloss", Argan in Molières "Der eingebildete Kranke", verschiedene Rollen in →Urs Widmers "Stan und Ollie in der Schweiz" und Künstleragent Jerry Wexler in der Schweizer Erstaufführung von Woody Allens "Die magische Glühlampe") sowie in kleinen Rollen in Operetten und Musicals am →Stadttheater (1980–2001 unter anderem zweiter Ganove in Porters "Kiss Me, Kate" und Kammerdiener Penizek in Kálmáns "Gräfin Mariza"). In den siebziger Jahren trat W. zudem unter dem Namen Marnac als Zauberer mit eigenen Kinderprogrammen auf und wirkte in verschiedenen Film- und Fernsehproduktionen mit.



Autor: Redaktion



Bibliografische Angaben zu diesem Artikel:

Redaktion: Joachim Wolf, in: Kotte, Andreas (Hg.): Theaterlexikon der Schweiz, Chronos Verlag Zürich 2005, Band 3, S. 2117–2118.

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