Kurt Marti

Aus Theaterlexikon
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* 31.1.1921 Bern.

Studierte zunächst zwei Semester Jura und anschliessend evangelische Theologie in Bern und Basel (unter anderem bei Karl Barth). 1947–48 Mitarbeiter der ökumenischen Kriegsgefangenenseelsorge in Paris. Nach seiner Rückkehr Pfarrer in Büren, Rohrbach und Niederlenz und 1961–83 an der Berner Nydeggkirche. Engagement gegen eine schweizerische Atombewaffnung, den Vietnamkrieg und für eine Wende in der Entwicklungspolitik (im Rahmen der Gruppe "Erklärung von Bern", die M. mitbegründete). 1971 für einen theologischen Lehrauftrag an der Universität Bern vorgeschlagen, wurde er als politisch zu weit links stehend abgelehnt. Für die Bühne verfasste M., der vor allem als Lyriker bekannt wurde, "Bis die Neger kommen", eine Szene im Rahmen des Projekts "Steak-antik" mit Szenen von Ernst Eggimann, Peter Lehner, M., Hans Mühlethaler, Jörg Steiner und →Walter Vogt (1966 uraufgeführt im →Galerietheater Die Rampe in Bern, als Einzelstück 1969 von einer Studiengruppe der Pädagogischen Hochschule Berlin). 1972 erschienen die Minidramen "Revanche" und "Schnee im Summer". Letzteres wurde im gleichen Jahr im →Zähringer-Refugium Bern von einer 5. Primarschulklasse aus Bern uraufgeführt (Lehrer/Regisseur: Hugo Ramseyer). Insgesamt sechs gewollt kaum aufführbare berndeutsche Minidramen sind in dem 1984 erschienenen Band "wo chiemte mer hi?"enthalten. 1989 wurde im Berner Münster das "Ökoratorium""Sunt lacrimae rerum" mit Texten von M., →Adolf Muschg und Dorothee Sölle aufgeführt. M. veröffentlichte seit 1959 zahlreiche Gedichtbände, von denen unter anderem "Republikanische Gedichte" (1959) und "rosa loui. vierzg gedicht ir bärner umgangsschprach" (1967) viel beachtet wurden, daneben Predigten, einen Roman, Kurzprosa und (politische) Tagebücher. Regelmässig verfasste er Kolumnen für die Zeitschrift "Reformatio" (Bern). M. war Gründungsmitglied der →Gruppe Olten sowie Mitglied des "Berner Schriftstellervereins".

Auszeichnungen

Diverse Auszeichnungen für das lyrische Werk; unter anderem

  • 1967 Preis der Schweizerischen Schillerstiftung,
  • 1981 grosser Literaturpreis der Stadt Bern,
  • 2004 Buchpreis der Stadt Bern für den Gedichtband "Zoé Zebra".
  • 1977 wurde M. mit der Ehrendoktorwürde der theologischen Fakultät der Universität Bern ausgezeichnet.

Literatur

  • Pulver, Elsbeth: K. M. In: Arnold, Heinz Ludwig (Hg.): Kritisches Lexikon zur deutschsprachigen Gegenwartsliteratur. Mauch, Christof (Hg.): K. M. Texte, Daten, Bilder, 1991.


Autor: Dietrich Seybold



Bibliografische Angaben zu diesem Artikel:

Seybold, Dietrich: Marti, Kurt, in: Kotte, Andreas (Hg.): Theaterlexikon der Schweiz, Chronos Verlag Zürich 2005, Band 2, S. 1188–1189.

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