Linda Geiser

Aus Theaterlexikon
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* 13.5.1935 Wabern BE.

Schauspielausbildung bei →Margarethe Schell-von Noé am →Konservatorium für Musik Bern. Ihre erste Rolle bekam G. als Sechzehnjährige während ihrer Ausbildung im Eröffnungsstück des 1951 gegründeten →Atelier-Theaters Bern (Donna Clara in Tirso de Molinas "Don Gil von den grünen Hosen"). Dort verkörperte sie bis 1957 zahlreiche Rollen, etwa Eliza in Shaws "Pygmalion" (mit →Adolph Spalinger als Professor Higgins), Jessica in Sartres "Schmutzige Hände" und Emily in Wilders "Unsere kleine Stadt" und entwickelte sich zum Liebling des Berner Publikums. Es folgten Schauspielunterricht in Hamburg und Engagements am Thalia-Theater Hamburg, in München, Stuttgart und Berlin. 1961 wanderte G. nach New York aus, wo sie eine Theaterschule besuchte und heute noch lebt. In die Schweiz kam sie immer wieder zurück für Bühnenengagements (etwa am →Galerietheater Die Rampe und Atelier-Theater in Bern) und vor allem für Film- und Fernsehrollen: Unter der Regie von →Franz Schnyder spielte sie Ursi beziehungsweise Lisi in den →Gotthelf-Verfilmungen "Uli der Knecht" (1954) und "Anne Bäbi Jowäger" (1960), Anna Marti in "Der 10. Mai" (1957) und in "Die sechs Kummerbuben" (1968). In der Fernsehsoap "Lüthi und Blanc" (Schweizer Fernsehen, seit 1999) gibt G. Johanna Blanc, die Frau des Schokoladenfabrikanten. Ihre erste Filmrolle in den USA bekam sie in "The Pawnbroker" (1963), wo sie mit Rod Steiger vor der Kamera stand. 1966 spielte sie zweimal am Broadway: In "The Devils" gab sie eine verrückte Nonne und in "Ivanov" ein junges russisches Mädchen. Ausserdem bekam sie Engagements an Tourneetheatern (zum Beispiel mit Arthur Millers "After the Fall") und in Off-Off-Broadway-Produktionen, machte Werbespots und spielte in Soap-Operas. Neben ihrer Bühnen- und Fernseharbeit widmet sie sich dem Kunsthandwerk. Ferner betreut sie seit 1982 in ihrem New Yorker Haus ein von Stadt und Kanton Bern finanziertes Künstleratelier, das es jungen Berner Künstlerinnen und Künstlern ermöglicht, ein halbes Jahr in New York zu arbeiten.



Autorin: Sandra Leis



Bibliografische Angaben zu diesem Artikel:

Leis, Sandra: Linda Geiser, in: Kotte, Andreas (Hg.): Theaterlexikon der Schweiz, Chronos Verlag Zürich 2005, Band 1, S. 692–693.

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