Susana

Aus Theaterlexikon
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* 10.10.1916 Niederscherli BE, eigentlich Susanne Looser. ∞ I. 1938 Guy Audéoud, Arzt, ∞ II. 1958 →Antonio Robledo, Komponist.

Tanzunterricht bei Dora Garraux in Bern, klassischer Tanz in Paris bei Olga Preobrajenska, Alexander Volinine und →Boris Kniaseff. Spanischer Tanz bei El Estampio, Enrique El Cojo, La Quica und Pericet. 1947 Primaballerina an der Oper von Madrid. 1948 zusammen mit dem Spanier José de Udaeta erster Auftritt als Tanzpaar "S. y José"im Genfer Théâtre de la Cour Saint-Pierre und anschliessende Tournee durch die Schweiz und Holland; unter dem Titel "Pavana" zeigte das Duo höfischen Tanz des 16. Jahrhunderts. Bis 1970 Tourneen als Tanzpaar auf der ganzen Welt mit zwanzig weiteren Programmen und über neunzig einstudierten Tänzen, darunter 1967 die Uraufführung "Capricho de Goya Nr. 75" im →Stadttheater Bern. S. y José galten und gelten noch heute als legendäres Tanzpaar, das, auch durch ihre choreografische Arbeit, den spanischen Tanz aus dem rein Folkloristischen zur bühnenreifen Kunstform weiterentwickelte. Nach der Beendigung ihrer Karriere als Tänzerin intensive Unterrichtstätigkeit und zahlreiche Gastkurse zusammen mit Robledo, unter anderem 1971–85 an der Mudra-Schule von →Maurice Béjart in Brüssel, 1972–89 an der National Ballet School of Canada in Toronto, 1964–88 bei den Sommerkursen des →SBTG, 1971–79 im Tanzstudio von →Alain Bernard in Bern, an der Folkwang Hochschule in Essen sowie in Köln und Dresden. Nach 1970 Choreografien zu Kompositionen von Robledo: "Ronda de Toros" (Brüssel 1974, Toronto 1976), "Los siete puñales" (→Stadttheater Bern 1975, Toronto 1981) und "Soledad" (Toronto 1980, →Opernhaus Zürich 1983). 1984 auf Initiative von Brigitta Luisa Merki Mitbegründerin, künstlerische Leiterin und Choreografin der →Tanzcompagnie Flamencos en route in Baden. S. kreierte für Flamencos en route "Obsesión", "Jardín de Alegrías" (beide 1985), "A Juan. Momentos de Don Juan flamenco" (1987), "Don Quijote y Sancho Panza" (1990, Musik alle: Robledo). 1994 übergab S. die künstlerische Leitung der Kompanie Merki. Am 16.12.1998 veranstaltete das Zürcher →Theaterhaus Gessnerallee zusammen mit der Tanzcompagnie Flamencos en route einen Gala-Abend als Hommage an Susana y José, fünfzig Jahre nach ihrem ersten Bühnenauftritt und als Auftakt zum bevorstehenden fünfzehnjährigen Jubiläum der Kompanie. S. war eine der ersten nicht spanischen Flamencotänzerinnen. Ihr künstlerisches und pädagogisches Wirken trug in der Schweiz und international wesentlich zur Popularisierung und künstlerischen Anerkennung des Flamenco bei. 1983 entstand ein Dokumentarfilm über die pädagogische Tätigkeit von S. und Robledo an der National Ballet School of Toronto: "Flamenco at 5:15" (Regie: Cynthia Scott, 1984 mit einem Oscar ausgezeichnet). S. ist Ehrenmitglied des SBTG.

Auszeichnungen

  • Zusammen mit Robledo 1989 Ehrengabe der Stadt Zürich in Anerkennung ihrer langjährigen pädagogischen und künstlerischen Arbeit,
  • 1990 Preis der Schweizerischen Doron-Stiftung (Zug).

Literatur

  • Bernard, Alain: Susana y José, 1969.
  • Zacharias, Gerhard: Susana y José, 1970 [mit Werkverzeichnis].
  • Kahr, Dorothea: Explosiv und doch geschlossen. In: Tanz und Gymnastik 4/1998.
  • Moser-Ehinger, Hansueli W. (Hg.): Tanzcompagnie Flamencos en route. 20 Jahre, 2004.


Autorin: Claudia Rosiny



Bibliografische Angaben zu diesem Artikel:

Rosiny, Claudia: Suana, in: Kotte, Andreas (Hg.): Theaterlexikon der Schweiz, Chronos Verlag Zürich 2005, Band 3, S. 1776–1777, mit Abbildung auf S. 1777.

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