Werner Juker

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* 5.9.1893 Lyss BE, † 15.11.1977 Wabern BE.

Aufgewachsen in Wabern bei Bern, besuchte J. in Bern das Gymnasium und studierte deutsche Literatur, Geschichte und Nationalökonomie in Bern und Heidelberg, wo er mit einer Arbeit zur Tragödientheorie des 17. Jahrhunderts promovierte. Nach einer Studienreise in Deutschland wurde J. Verlagsvolontär im Kurt Wolff Verlag in München. Zurück in der Schweiz war er als Verleger im Rotapfel-Verlag Zürich und als Redaktor bei Ringier in Zofingen tätig. 1927–58 Bibliothekar an der Stadtbibliothek Bern. J. veröffentlichte mehrere in berndeutscher Mundart verfasste Schauspiele, in denen er politisch und gesellschaftlich brisante Themen aufgriff. In "Der Friedenspfarrer" (Uraufführung 1935, →Berner Heimatschutz-Theater) thematisierte er die Unvereinbarkeit von militärischer Landesverteidigung und christlichem Friedensgebot, in "Verchehrti Wält" (Uraufführung 1.1.1938, Berner Heimatschutz-Theater im →Kursaal Bern) behandelte er die sozialen Folgen der Arbeitslosigkeit; beide Stücke wurden mit dem Gfeller-Rindlisbacher-Preis ausgezeichnet. Im Zeitstück "E frömde Fötzel" problematisierte er den Umgang der Schweiz mit Emigranten. Vom Berner Heimatschutz-Theater wegen des heiklen Themas abgelehnt, erfolgte die Uraufführung am 1.4.1943 durch die Liebhaberbühne Biel im →Stadttheater Biel. Sein Festspiel "Das Laupenspiel" (1939, Musik: →Heinrich Sutermeister) zur 600-Jahr-Feier der Schlacht bei Laupen wurde am 20.9.1941 am →Stadttheater Bern uraufgeführt (Regie: →Franz Schnyder, musikalische Leitung: Kurt Rothenbühler). Das von der Commedia dell’Arte inspirierte historische Mundartspiel "Vo Schnabelschue und länge Schwänz" wurde anlässlich der 600-Jahr-Feier des Beitritts von Bern zur Eidgenossenschaft im Juni 1953 im Berner Rathaus gespielt. J. war seit 1948 Mitherausgeber von Eugen Rentschs kritischer Ausgabe der Werke von →Jeremias Gotthelf und veröffentlichte neben Novellen, historischen Schriften und Hörspielen auch Publikationen zum Theater- und Musikleben in Bern, etwa 1958 die Jubiläumsschrift "Musikschule und Konservatorium für Musik in Bern, 1858–1958". Weitere Bühnenwerke: "Der Blick hinüber" (1932), "David und Goliath" (nach Rudolf von Tavels Novelle "Wie der Goliath von Tröhlbach seinen David fand"; Uraufführung 1.10.1936, Berner Heimatschutz-Theater), "Die Hochzeit des Mönchs" (nach Conrad Ferdinand Meyer, Uraufführung 24.5.1944, Stadttheater Bern, Regie: →Walther Brügmann), "Ds Muschterteschtamänt" (nach Gotthelfs "Notar in der Falle", 1955).

Auszeichnungen

  • 1942, 1953, 1964 Literaturpreise der Stadt Bern.


Autor: Reto Caluori



Bibliografische Angaben zu diesem Artikel:

Caluori, Reto: Werner Juker, in: Kotte, Andreas (Hg.): Theaterlexikon der Schweiz, Chronos Verlag Zürich 2005, Band 1, S. 943–944.

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