Alfred Bruggmann

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* 18.12.1922 Baden AG. Sohn des Redaktors und Verfassers der Globi-Kinderbücher Alfred B., Bruder des Sängers, Regisseurs und Theaterleiters →Paul Bruggmann. ∞ →Vera Furrer, Schauspielerin und Kabarettistin.

Nach dem Lehrerseminar Wettingen 1944–48 Studium der Germanistik und Geschichte an der Universität Zürich sowie der Theaterwissenschaft in Paris und Wien, daneben Schauspielausbildung. 1949/50 Engagement als Schauspieler am Schauspielhaus Wien, 1950–53 am →Stadttheater St. Gallen, wo B. auch als Dramaturg und Regisseur tätig war (Inszenierungen von Lessings "(Nathan der Weise)" und Jules Romains’ Komödie "(Dr. Knock)"). 1953 zusammen mit →Oskar Hoby Gründer des →Cabarets Rüeblisaft, bei dem er bis zu dessen Auflösung 1976 als Kabarettist, Autor und Regisseur wirkte. 1962–65 internationale Film­arbeit (unter anderem als Regisseur von Dokumentarfilmen). 1965–67 war B. Leiter der Unterhaltungsabteilung des Radio Studios Zürich. Seither freischaffender Autor, Schauspieler und Regisseur. B. verfasste Bühnenstücke, Fernseh- und Hörspiele, Filmdrehbücher und Übersetzungen. Er schrieb unter anderem das Libretto zu →Max Langs Oper "(Der Alchimist)" nach Ben Jonsons gleichnamigem Text (1959, Uraufführung 15.4.1983, Stadttheater St. Gallen, Regie: Heinz Lukas-Kindermann; 1968 Aufzeichnung Radio Zürich) und die beiden Stücke "(Schauerlich-schöne Geschichte von dem Frauenverführer Don Juan, seinem Gast aus Stein und seinem treuen Diener Arlecchino)" (Musik: Hugo Pfister, Uraufführung 1966 bei den Freilichtspielen in der Burg Zug) und "(Julius Didianus und Die Versteigerung des Römischen Reiches)" (Uraufführung 1975 durch das Landestheater für Vorarlberg als Freilichtaufführung in Bregenz, Regie: →Bruno Felix). Nach 1976 trat B. zusammen mit Furrer, seiner Frau und Bühnenpartnerin vom Cabaret Rüeblisaft, als Kabarett-Duo auf. Wie schon beim Cabaret Rüeblisaft sparten B. und Furrer bei ihren Programmen (1977 "(Spass-o-Doble)", 1979 "(Mach kei Witz!)", 1982 "(Alles Bluff!)" und 1986 "(Lachen erlaubt!)") politische Themen weit gehend aus und widmeten sich vor allem Situationen des Schweizer Alltags.

Literatur

  • B., A./Hoby, Oskar (Hg.): 10 Jahre Cabaret Rüeblisaft, 1963.


Autoren: Hans-Ueli von Allmen/Stefan Koslowski



Bibliografische Angaben zu diesem Artikel:

Von Allmen, Hans-Ueli/Koslowski Stefan: Alfred Bruggmann, in: Kotte, Andreas (Hg.): Theaterlexikon der Schweiz, Chronos Verlag Zürich 2005, Band 1, S. 277.

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