Amido Hoffmann

Aus Theaterlexikon
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* 6.6.1927 Bremerhaven (D), † 7.11.2003 Bern. Sohn des Schauspielers und Regisseurs →Alfons H. und der Schauspielerin Angela Matusczyk. ∞  Renate Müller, Schauspielerin.

Aufgewachsen in Erfurt, 1938 Emigration in die Schweiz. 1941–43 Schauspielunterricht bei seinem Vater und bei →Johannes Steiner. Engagements als Schauspieler hatte H. 1943–52 am →Stadttheater St. Gallen (rund 120 Rollen), 1952–54 an den Städtischen Bühnen Bielefeld, ab 1954 auch am →Sommertheater Winterthur (unter anderem 1957 Titelrolle in Molières "(Die tollen Streiche des Scapin)"), als Gast am →Stadttheater Chur, 1955–61 am →Städtebundtheater Biel-Solothurn, wo er 1961 auch Paolo Levis "(Der Fall Pinedus)" inszenierte. 1961–90 Hörspielregisseur und Dramaturg beim Radio Studio Bern, ab 1991 freier Mitarbeiter bei Radio und Fernsehen als Sprecher. Daneben war H. als Schauspieler und Regisseur am →Atelier-Theater Bern tätig, unter anderem inszenierte er 1966 Jean Kerrs "(Mary, Mary)", 1967 Bretts "(Was man so Liebe nennt)". Unter seinen rund 300 Hörspielen finden sich Klassiker wie Shakespeares "(Hamlet)", Büchners "(Lenz)" oder Camus’ "(Der Aufstand in Asturien)", aber auch selten aufgeführte Stücke wie Blaise Cendrars’ "(Der göttliche Aretino)", Heinrich Heines "(Almansor)", Carlo Gozzis "(Die philosophische Prinzessin)" und Oskar Panizzas "(Übt Euch fleissig nur im Hoffen)". H.s überaus reiches Schaffen berücksichtigte Autoren aus rund fünfzehn Ländern und behandelte oft politische Themen wie Rassismus, Faschismus und Unterdrückung.

Auszeichnungen

  • 1989 Berner Literaturpreis.


Autor: Isabelle Hänni



Bibliografische Angaben zu diesem Artikel:

Hänni, Isabelle: Amido Hoffmann, in: Kotte, Andreas (Hg.): Theaterlexikon der Schweiz, Chronos Verlag Zürich 2005, Band 2, S. 857–858.

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