Arnold H. Schwengeler

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* 5.5.1906 Töss ZH, † 25.5.1981 Bern.

S. studierte Germanistik und Nationalökonomie in Bern; 1931 Promotion mit der Arbeit "Heinrich Federer im Spiegel seines journalistischen Schaffens". Von 1925 an Mitarbeit bei der Berner Zeitung "Der Bund", wo er nach dem Studienabschluss als Redaktor angestellt wurde (Kürzel: A. H. S.). 1938/39 Intermezzo als Hauptmann in der Nachrichtensektion des Generalstabs. 1939–69 Feuilleton-Leiter des "Bunds". Dort gehörten Literaturkritik, eine umfassende Theaterberichterstattung sowie die Betreuung der kulturellen Wochenbeilage "Der kleine Bund" zu seinen Aufgaben. S. setzte sich für das Schaffen der Schweizer Dramatiker ein und beklagte vehement das "absolute Fehlen einer schweizerischen Kulturpolitik". Er war ein Verfechter der geistigen Landesverteidigung und lehnte den "Kulturbolschewisten" Brecht radikal ab. Am Ende seiner Laufbahn sprach er sich deutlich gegen die "Hybris" des Regietheaters aus. Bis zuletzt galt für ihn das Primat der Dichtung und des Autors. S. schrieb neben Gedichten, Kurzgeschichten, Essays und Hörspielen eine ganze Reihe von Theaterstücken, deren Uraufführungsdaten im Weiteren in Klammern angeben werden: "Rebell in der Arche" (16.10.1935, →Stadttheater St. Gallen, Regie: →Theo Modes), "Bibrakte" (24.9.1938, Stadttheater St. Gallen, Regie: →Johannes Steiner), "Kleider machen Leute" (29.1.1940, →Stadttheater Bern, Regie: →Marc Doswald), "Niklaus Manuel" (22.11.1941 Stadttheater Bern, Regie: Doswald ), "Die Hexenwiese" (1947 in Baden durch das Stadttheater St. Gallen uraufgeführt), "Der Fälscher" (2.3.1949 in St. Gallen, Regie: →Karl Ferber, und Innsbruck, danach ein internationaler Erfolg), "In diesem Zeichen …" (13.11.1954 →Schauspielhaus Zürich, Regie: →Oskar Wälterlin), "Nacht über Ajax" (1964 Karlsruhe), "Der weisse Kranich" (30.11.1969 →Städtebundtheater Biel-Solothurn, Regie: →Elmar Schulte) sowie die Aufführung des Stücks "Operation Konsul" (1973). Dazu kommt das Festspiel "Hie Bern! Hie Eidgenossenschaft!" (1953). Sein dramatisches Werk fand ein widersprüchliches Echo. 1945–50 und 1960–67 Präsident der →SGTK, ab 1967 deren Ehrenpräsident; Vorstandsmitglied unter anderem der →GSD. 1957–59 Jury-Mitglied für die Verleihung des →Hans Reinhart-Rings.

Auszeichnungen

  • Literaturpreis der Stadt Bern 1942, 1949 und 1967,
  • Ehrengabe der Schweizerischen Schillerstiftung 1950 und 1968.

Nachlass

  • Schweizerische Theatersammlung, Bern (Presseausschnitte aus dem Theaterbereich), und Schweizerisches Literaturarchiv, Bern.


Autor: Tobias Hoffmann-Allenspach



Bibliografische Angaben zu diesem Artikel:

Hoffmann-Allenspach, Tobias: Arnold H. Schwengler, in: Kotte, Andreas (Hg.): Theaterlexikon der Schweiz, Chronos Verlag Zürich 2005, Band 3, S. 1661–1662, mit Abbildung auf S. 1662.

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