Chris Allen Jensen

Aus Theaterlexikon
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* 24.1.1952 Los Angeles (USA).

Mit sechs Jahren erster Preis bei einem Fernsehwettbewerb als Steptänzer, Ballettunterricht ab 1962 bei Albert Ruiz, Los Angeles, ab 1966 bei Harriet de Rea/Carmelita Maracci, Los Angeles und ab 1969 an der George Balanchine’s School of American Ballet, New York. J. legte die Grundlage für sein ausgeprägtes Formkönnen in den Jahren 1970–72 am →Grand Théâtre in Genf unter →Alfonso Catá als Solist in Choreografien von Balanchine wie "Agon" (Musik: Strawinsky), "La Valse" (Musik: Ravel), "Die vier Temperamente" (Musik: →Paul Hindemith). Zur Erweiterung seines Tanzausdrucks ging J. zurück nach Amerika, tanzte dort 1972–75 im Harkness Ballet New York, als Solist in modernen Choreografien, unter anderem von Brian McDonald und Norman Walker. 1975–76 Solotänzer am Joffrey Ballet of Chicago, 1977–79 an den →Basler Theatern unter →Heinz Spoerli. Dort übernahm er traditionelle Partien und kreierte neben Romeo in Spoerlis "Romeo und Julia" (Musik: Prokofjew) auch neue Rollen im tragischen "Wir waren – Liebeslied aus einer schlechten Zeit" (Pas de deux mit →Cathy Sharp, Musik: →André Bauer, Fernsehaufzeichnung) und im heiteren Kurzballett "Chäs" (Musik: Bauer, Fernsehaufzeichnung). 1979–81 war er Mitglied von Jiří Kyliáns Nederlands Dans Theater und tanzte dort in Choreografien von William Forsythe, Christopher Bruce und Hans van Manen. 1981–91 wiederum an den Basler Theatern/am Theater Basel engagiert, wo er auf Grund seiner technischen Überlegenheit und seiner persönlichen intensiven Ausdrucksgestaltung zu einem der führenden Solisten wurde, beispielhaft in "Dead End" (Musik: Strawinsky), "Die Nacht aus Blei" (nach dem Roman von Hans Henny Jahnn, Musik: Hans-Jürgen von Bose, Fernsehaufzeichnung) und als Orpheus in der choreografischen Neufassung von Glucks "Orpheus und Eurydike". 1992–96 war J. Assistent und Ballettmeister von Spoerli an der Deutschen Oper am Rhein Düsseldorf-Duisburg, seit 1996 arbeitet er mit ihm am →Opernhaus Zürich. In dieser Funktion studierte J. mit verschiedenen Truppen von Hannover bis Hongkong Choreografien von Spoerli ein.



Autor: Richard Merz



Bibliografische Angaben zu diesem Artikel:

Merz, Richard: Chris Allen Jensen, in: Kotte, Andreas (Hg.): Theaterlexikon der Schweiz, Chronos Verlag Zürich 2005, Band 2, S. 928.

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