Franziska Petri

Aus Theaterlexikon
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* 6.10.1908 Schaffhausen, † 5.5.1977 Luzern, eigentlich Frieda Kunze.

Nach dem Gesangsstudium erstes Engagement 1937–39 am Stadttheater Halberstadt, dann 1939/40 an der Städtischen Bühne Hildesheim, 1940–42 am Stadttheater Bonn, 1942/43 am Stadttheater Aachen. Dem →Stadttheater Luzern war die vielseitige Sängerin 1943–45 als Gast, 1945–53 im festen Engagement sowie ab Herbst 1953 in unregelmässigen Abständen bis 1971/72 wiederum als gastierende Künstlerin verbunden. P.s hervorragend geschulte Stimme vermochte den unterschiedlichsten Aufgaben gerecht zu werden: vom leichten lyrischen Sopran (Elisetta in Cimarosas "Il matrimonio segreto") bis zum schweren dramatischen Fach (Leonore in Beethovens "Fidelio"), einschliesslich ausgesprochener Koloraturpartien wie Marie in Donizettis "La Fille du régiment" und Königin der Nacht in Mozarts "Die Zauberflöte". P.s Repertoireschwerpunkte in Luzern waren die Opern Mozarts (Fiordiligi in "Così fan tutte", Donna Anna in "Don Giovanni", Konstanze in "Die Entführung aus dem Serail", Contessa Almaviva in "Le nozze di Figaro" und neben der Königin der Nacht auch Pamina in "Die Zauberflöte") und Verdis (Titelpartie in "Aida", Amelia in "Un ballo in maschera", Elisabetta di Valois in "Don Carlo", Leonora di Vargas in "La forza del destino", Desdemona in "Otello", Amelia Grimaldi in "Simon Boccanegra", Violetta Valéry in "La Traviata" und Leonora in "Il Trovatore"). Ausserdem sang P. 1951 in Luzern die Wahrsagerin Madame Flora in der deutschsprachigen Erstaufführung von Menottis "The Medium" (Regie: →Albert Wiesner, musikalische Leitung: →Max Sturzenegger). Gastverpflichtungen führten P. ans →Stadttheater Basel (unter anderem 1944/45 Antonia in Offenbachs "Les Contes d’Hoffmann"), →Stadttheater Bern (unter anderem 1954/55 Floria Tosca in Puccinis "Tosca"), →Städtebundtheater Biel-Solothurn (1957/58 Titelpartie in Strauss’ "Ariadne auf Naxos"), Gaiety Theatre Dublin, →Stadttheater St. Gallen, an die Württembergischen Staatstheater Stuttgart sowie ans →Stadttheater Zürich. 1947 sang P. bei der Berner Radio-Oper die Titelpartie in Janáčeks "Katja Kabanowa" (musikalische Leitung: →Otto Ackermann). P. trat gelegentlich als Konzertsängerin in Erscheinung. Wirkte auch als Gesangspädagogin.



Autor: Paul Suter



Bibliografische Angaben zu diesem Artikel:

Suter, Paul: Franziska Petri, in: Kotte, Andreas (Hg.): Theaterlexikon der Schweiz, Chronos Verlag Zürich 2005, Band 2, S. 1399–1400, mit Abbildung auf S. 1399.

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