Hans Duran

Aus Theaterlexikon
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* 15.11.1900 Graz (A), † 14.12.1971 Chur GR, eigentlich Hans Zebinger. ∞ →Melanie Münzner, Schauspielerin.

Zunächst Schauspieler unter anderem am Stadttheater Troppau, am Jubiläums-Stadttheater Klagenfurt, am Stadttheater Leoben und an den Städtischen Bühnen Graz. 1938 Emigration in die Schweiz. 1938–45 war D. unter Carl Senges und Minna Senges-Faust am Städtebundbetrieb der →Stadttheater Aarau-Chur als Schauspieler und Regisseur, danach bis 1970 unter →Hans Curjel (1945–48) und →Markus Breitner (ab 1949) am →Stadttheater Chur engagiert. Dort spielte er zahlreiche Rollen (unter anderem 1945/46 Dr. Clayton in Kingsleys "Menschen in Weiss", Regie: →Vasa Hochmann, und Peder Mortensgård in Ibsens "Rosmersholm", Regie: →Kurt Horwitz; 1946/47 Klosterbruder in Lessings "Nathan der Weise", Regie: →Albert Wiesner; 1948 einer der Männer von Theben in der Uraufführung von →Bertolt Brechts "Die Antigone des Sophokles"; 1949 Inspektor Goole in Priestleys "Ein Inspektor kommt"; 1950 Wurm in Schillers "Kabale und Liebe"; 1953 Brighella in Goldonis "Der Lügner", Regie: →Wilfried Scheitlin; 1961 Harpagon in Molières "Der Geizige") und inszenierte häufig (etwa 1950 Otto Ernsts "Flachsmann als Erzieher", 1953 Wildes "Ein idealer Gatte", 1958 Bruno Franks "Zwölftausend", 1962 Lonsdales "Mrs. Cheney’s Ende", 1964 Marc Camolettis "Boeing-Boeing", 1967 die Schweizer Erstaufführung von Bruckners "Fährten"). Daneben gehörte D. 1958–69 zum Ensemble des bis 1966 und 1967/68 ebenfalls von Markus Breitner geleiteten →Städtebundtheaters Biel-Solothurn, wo er in rund dreissig Rollen auftrat (zwölfter Geschworener in Rose/Budjuhns "Die zwölf Geschworenen"; Zeno, der Isaurier in →Friedrich Dürrenmatts "Romulus der Grosse"; Danaos in Selahattin Batu/Bernt von Heiselers "Helena bleibt in Troja"; Karl in Millers "Der Tod des Handlungsreisenden"; Polizeiinspektor Schafroth in Dürrenmatts "Der Meteor"; Kerkermeister in Shakespeares "Ein Wintermärchen"; Zeugmeister in Brechts "Mutter Courage und ihre Kinder"; Fritz Hofer in Helmut Schwarz’ "Das Fehlurteil") und rund zwanzig Inszenierungen, vorwiegend von Lustspielen und Komödien, verantwortete (etwa Arnold/Bachs "Die spanische Fliege", Leo Lenz’ "Duett zu Dritt", Marivaux’ "Das Spiel von Liebe und Zufall" und Anouilhs "Einladung ins Schloss"). Seit 1944 gehörte D. regelmässig als Schauspieler und Regisseur zum festen Ensemble des →Sommertheaters Winterthur (Intendanz: Breitner); unter anderem spielte er 1944 Oberst Lanser in Steinbecks "Der Mond ging unter" und führte 1956 Regie bei Richard Nashs "Der Regenmacher". Weitere Gastverpflichtungen als Schauspieler hatte er 1952–54 am →Bernhard-Theater Zürich.



Autor: Thomas Waldmann



Bibliografische Angaben zu diesem Artikel:

Waldmann, Thomas: Hans Duran, in: Kotte, Andreas (Hg.): Theaterlexikon der Schweiz, Chronos Verlag Zürich 2005, Band 1, S. 500.

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