Hartwin Gromes

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* 27.10.1941 Dessau (D).

1960–66 Studium an der Ludwig-Maximilians-Universität München (Theatergeschichte und neuere deutsche Literatur, Zeitungswissenschaft, Soziologie), 1966 Promotion. 1965 Regieassistenz an den Münchner Kammerspielen, 1967/68 Dramaturg an den Städtischen Bühnen Münster, 1968–72 Dramaturg für Schauspiel und Oper und Vertreter des Chefdramaturgen am Hessischen Staatstheater Wiesbaden (Zusammenarbeit mit →Leopold Lindtberg und →Karl Paryla), 1972–75 Schauspieldramaturg an den Württembergischen Staatstheatern Stuttgart, 1975 Gastdramaturg an den Münchner Kammerspielen, 1975–78 unter der Intendanz von →Horst Statkus Dramaturg für Schauspiel und Oper an der Städtischen Bühne Heidelberg. Mit Statkus kam G. 1978 als leitender Dramaturg des Schauspiels und Mitglied der Schauspielleitung an die →Basler Theater und blieb dort bis 1988. G. betreute in Basel unter anderem 1978 die Uraufführung von Peter Greiners "Roll over Beethoven", 1978 eine dreiteilige Sophokles-Produktion mit "König Ödipus", "Ödipus auf Kolonos" und "Antigone" (Regie: Friedrich Beyer), 1981 die deutschsprachige Erstaufführung von Ariane Mnouchkines "Mephisto" (Inszenierung: →Eike Gramss), 1982 Musils "Die Schwärmer" (Regie: Beyer), 1983 die Uraufführung von →Dieter Fortes "Das Labyrinth der Träume" (Regie: Beyer), 1984 die Uraufführung von Pavel Kohouts Stück "Das grosse Ahornbaumspiel" (Regie: →Wolfgang Quetes, mit →Friedrich Kutschera als Farama), 1986 die Uraufführung von Harald Muellers "Totenfloss" (Regie: Herbert König). Eine enge Zusammenarbeit verband G. mit dem Regisseur und Autor →David Mouchtar-Samorai: G. betreute 1980 dessen erfolgreiche Bearbeitung von Ionescos "Die Nashörner" (mit →André Jung als Behringer) und 1981 Arrabals "Der Architekt und der Kaiser von Assyrien", brachte mit ihm 1982 die Uraufführung des Projekts "Josef K."nach Franz Kafkas "Der Prozess" heraus und begleitete 1986 "König Mensch" (eingerichtet von Mouchtar-Samorai und Johann Sauer nach der anonymen englischen Moralität "The Castell of Perseverance", "Ane Satire of the thrie Estaitis" von Sir David Lindsay und von Saaz’ "Der Ackermann aus Böhmen", eingerichtet von Mouchtar-Samorai und Johannes Sauer) sowie 1984 "Vivat den Unterlegenen" (ein Projekt mit Texten aus O’Caseys Autobiografie, eingerichtet von G. und Mouchtar-Samorai) bis zur Uraufführung. 1988 war G. Gastdramaturg am Schauspiel Bonn, 1989–95 Produktionsdramaturg am Düsseldorfer Schauspielhaus für Inszenierungen von Mouchtar-Samorai. G. hatte Lehraufträge an der Staatlichen Hochschule für Musik und darstellende Kunst Stuttgart, an der Ruprecht-Karls-Universität Heidelberg und 1981–88 an der Universität Basel. Seit 1988 arbeitet er am Institut für Medien- und Theaterwissenschaft der Universität Hildesheim, zunächst als wissenschaftlicher Mitarbeiter, seit 1991 als Hochschuldozent. Daneben war er 1994–95 Lehrbeauftragter an der Universität Stuttgart. G. verfasste mehrere Stücke, darunter "Deutsches Rondo" (uraufgeführt 1969) und "Aus dem Leben der Graugänse" (uraufgeführt 1975), diverse Prosatexte sowie zahlreiche wissenschaftliche Aufsätze.



Autor: Thomas Waldmann



Bibliografische Angaben zu diesem Artikel:

Waldmann, Thomas: Hartwin Gromes, in: Kotte, Andreas (Hg.): Theaterlexikon der Schweiz, Chronos Verlag Zürich 2005, Band 1, S. 755.

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