Friedrich Kutschera

Aus Theaterlexikon
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* 16.6.1911 Wien (A), † 15.12.1989 Basel.

Nach der Matura 1931–33 Schauspielausbildung an der Staatlichen Schauspielschule der Preußischen Staatstheater Berlin. Dort erste Auftritte, unter anderem als Schüler in Goethes "Faust" (mit Werner Krauss, Gustaf Gründgens und →Käthe Gold). Erste Engagements als Schauspieler 1934/35 in Ingolstadt, 1935–37 in Eberswalde, 1937/38 in Luckenwalde, 1938/39 am Rose-Theater Berlin, 1939–44 Schauspieler, ab 1942 auch Regieassistent und Dramaturg, ab 1943 auch Regisseur und stellvertretender Intendant am Grenzlandtheater Tilsit. 1946–49 Schauspieler und Regisseur am Landestheater Graz, danach mehrere Jahre nicht bühnentätig. 1962–64 Schauspieler und Regisseur am Theater an der Berliner Allee in Düsseldorf, 1964–68 bei →Egon Karter an der →Komödie Basel. Dort spielte K. unter anderem 1964 die Titelrolle in →Curt Goetz’ "Dr. med. Hiob Prätorius" (Regie: →Helmuth Ebbs) und Oberst Pickering in Shaws "Pygmalion", 1965 Mr. Witherspoon in Kesselrings "Spitzenhäubchen und Arsenik" und Phileas Fogg in Kohouts "Reise um die Erde in 80 Tagen", 1966 Rittmeister in Horváths "Geschichten aus dem Wiener Wald", Friedrich Georgen in →Friedrich Dürrenmatts "Der Meteor", Lord Darlington in Wildes "Lady Windermeres Fächer", 1967 La Trémouille in Anouilhs "Jeanne oder die Lerche" und Prof. Dr. Flint in Schnitzlers "Professor Bernhardi" (Regie: Gustav Manker), 1968 Dr. Schmidt-Lausitz in →Carl Zuckmayers "Des Teufels General" und König in Stoppards "Rosenkranz und Güldenstern sind tot"; er inszenierte Goetz’ "Hokuspokus", Watkyns "Streng geheim", Jean Kerrs "Mary, Mary", Cowards "Duett im Zwielicht" (mit K. selbst als Sir Hugo Latymer) und Maughams "Der Kreis". Danach als Schauspieler und Regisseur unter anderem am →Atelier-Theater Bern (1968 Marc Camolettis "Die Perle Anna" und Martin Walsers "Die Zimmerschlacht"), am →Theater für den Kanton Zürich, am →Theater für das Bernerland, am Theater →Piccolo Basel, am →Theater vis-à-vis Basel und an der Komödie in Frankfurt am Main, diverse Tourneen, Inszenierungen für die →Baseldytschi Bihni Basel. 1978/79 als Gast und von 1979 bis zu seinem Tod fest verpflichtet an den Basler Theatern/am →Theater Basel, unter anderem 1980 Escalus in Shakespeares "Mass für Mass" (Regie: Friedrich Beyer), 1981 Titelrolle in →Thomas Hürlimanns "Grossvater und Halbbruder" (Regie: →Urs Schaub), 1982 Firs in Tschechows "Der Kirschgarten", 1984 König Peter in Büchners "Leonce und Lena" und Professor Farama in der Uraufführung von Kohouts "Das grosse Ahornbaumspiel" (Regie: →Wolfgang Quetes), 1985 Dr. Goll in →Frank Wedekinds "Lulu" (Regie: →Mark Zurmühle), 1986 Pastor Byleveld in Fugards "Der Weg nach Mekka", 1988 Daniel in Schillers "Die Räuber", 1989 Hermann in Volker Ludwigs "Linie 1", letzte Rolle: Gavrila in Tschechows "Ivanov" (Regie: →Jossi Wieler).



Autorin: Thomas Blubacher



Bibliografische Angaben zu diesem Artikel:

Blubacher, Thomas: Friedrich Kutschera, in: Kotte, Andreas (Hg.): Theaterlexikon der Schweiz, Chronos Verlag Zürich 2005, Band 2, S. 1063.

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