André Jung

Aus Theaterlexikon
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* 13.12.1953 Luxemburg (L).

1973–76 Schauspielausbildung an der Staatlichen Hochschule für Musik und darstellende Kunst in Stuttgart. Engagements 1977/78 an der Städtischen Bühne Heidelberg (Moritz Stiefel in →Frank Wedekinds "Frühlings Erwachen"), 1978–83 (zeitweise als Gast) unter der Direktion von →Horst Statkus an den →Basler Theatern (1978 Karl in Lampels "Revolte im Erziehungshaus"; 1979 Claudio in Shakespeares "Viel Lärm um nichts"; 1980 Behringer in Ionescos "Die Nashörner", Regie: →David Mouchtar-Samorai; 1982 Titelrolle in der Uraufführung der Kafka-Dramatisierung "Josef K." von →Hartwin Gromes und Mouchtar-­Samorai), daneben als Gast an der Städtischen Bühne Heidelberg (Titelrolle in Marlowes "Edward II.", Regie: Mouchtar-Samorai; eingeladen zum Berliner Theatertreffen 1982), 1983–86 am Schauspiel Frankfurt (Spiegelberg in Schillers "Die Räuber"). 1985–88 und ab 1993 spielte J. am →Schauspielhaus Zürich (unter anderem 1985 Christopher Mahon in Synges "Ein wahrer Held", Regie: →Urs Schaub; Jack Worthing in Wildes "Bunbury", Regie: →Gerhard Klingenberg; 1986 Matti in →Bertolt Brechts "Herr Puntila und sein Knecht Matti"; 1987 Edmund in Shakespeares "König Lear" und m3 in Ernst Jandls "Die Humanisten", Regie: →Hansjörg Betschart; 1988 Max in Horváths "Zur schönen Aussicht", Regie: →Werner Düggelin; 1988 Jean in Strindbergs "Fräulein Julie", Regie: →Norbert Schwientek; 1993 Louis Laine in Claudels "Der Tausch"; 1994 Prosorow in Tschechows "Drei Schwestern" und Clov in Becketts "Endspiel", Regie: Düggelin; 1995 Macheath in Brecht/Weills "Die Dreigroschenoper" Regie: →Herbert Wernicke), dazwischen 1988–93 unter der Direktion von →Frank Baumbauer erneut am →Theater Basel (unter anderem: 1988 Bernhard in der Schweizer Erstaufführung von Patrick Barlows "Der Messias", Regie: →Nikola Weisse; 1990 Estragon in Becketts "Warten auf Godot", Regie: Düggelin, und die Titelrolle in Shakespeares "Coriolanus", Regie: Christof Nel; 1991 Julius in der Schweizer Erstaufführung von Botho Strauß’ "Die Zeit und das Zimmer", Regie: →Hans Hollmann, und Saladin in Lessings "Nathan der Weise", Regie: →Jossi Wieler; 1992 Titelrollen in Shakespeares "Der Kaufmann von Venedig", in der Uraufführung von Martin R. Deans "Gilberts letztes Gericht" und in Giménez/de Burgos’ "Die Hochzeit des Luis Alonso oder Die Nacht vor dem Stierkampf"). Unter der Intendanz von Baumbauer spielte J. 1993–2000 am Deutschen Schauspielhaus in Hamburg (unter anderem: Schürzinger in Horváths "Kasimir und Karoline", Regie: →Christoph Marthaler, mit dem J. bereits in Basel mehrmals zusammengearbeitet hatte; Azdak in Brechts "Der kaukasische Kreidekreis", Regie: →Stefan Bachmann; Er in Jelineks "Er nicht als Er" und König Artus in Dorsts "Merlin", Regie jeweils: Wieler), daneben gastierte er unter anderem bei den Salzburger Festspielen (1999 Strasser in Horváths "Zur schönen Aussicht", Regie: Marthaler) und erneut am Theater Basel (1998 Selim Bassa in Mozarts "Die Entführung aus dem Serail", Regie: Wieler) und übernahm diverse Film-, Fernseh- und Hörspielrollen. Seit der Spielzeit 2000/01 gehört J. zum Ensemble des Schauspielhauses Zürich (Direktion: Marthaler).

Auszeichnungen

  • 1981 und 2002 Schauspieler des Jahres der Zeitschrift "Theater heute",
  • 2000 Rita-Tanck-Glaser-Schauspielpreis der Hamburgischen Kulturstiftung.

Literatur

  • Müry, Andres: Der Sehnsucher. In: Theater heute 7/2000.


Autor: Thomas Blubacher



Bibliografische Angaben zu diesem Artikel:

Blubacher, Thomas: André Jung, in: Kotte, Andreas (Hg.): Theaterlexikon der Schweiz, Chronos Verlag Zürich 2005, Band 2, S. 944–945.

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