Leni Funk

Aus Theaterlexikon
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* 23.7.1909 Leipzig (D), † 9.8.1990 Zürich.

Gesangsausbildung in Leipzig bei Rose Gaertner und Gertrud Bartsch. Engagements 1931–34 an den Städtischen Theatern Leipzig, 1934–56 am →Stadttheater Zürich. F. war eines der populärsten Mitglieder des damaligen Zürcher Ensembles. Sie sang hauptsächlich das Fach der Opernsoubrette, doch finden sich in ihrem Rollenverzeichnis auch lyrische Sopranpartien. Zu ihren wichtigsten Aufgaben gehörten unter anderen Nuri in Eugen d’Alberts "Tiefland", Marzelline in Beethovens "Fidelio", Siebel in Gounods "Faust", Gretel in Humperdincks "Hänsel und Gretel", Nedda in Leon­cavallos "I pagliacci", die Titelpartie in Lortzings "Undine" sowie Marie in "Der Waffenschmied" und in "Zar und Zimmermann", die Mozart-Partien Despina in "Così fan tutte", Blondchen in "Die Entführung aus dem Serail", Zerlina in "Don Giovanni" sowie Barbarina, Susanna und Cherubino in "Le nozze di Figaro", Olympia und Antonia in Offenbachs "Les Contes d’Hoffmann", Mimì in Puccinis "La Bohème" und die Titelpartie in "Madama Butterfly", die Titelpartie in Thomas’ "Mignon", die Verdi-Partien Nannetta in "Falstaff" und Gilda in "Rigoletto" sowie Ännchen in Webers "Der Freischütz". In Zürich ergaben sich auch persönliche Kontakte zu Komponisten: So sang F. unter der Leitung von Richard Strauss die Zdenka in dessen "Arabella" (1936); unter Franz Lehár war sie Anita in "Giuditta" (1936) und Valencienne in "Die lustige Witwe" (1941). Sie wirkte ausserdem in mehreren Uraufführungen mit, beispielsweise 1938 als Regina in →Paul Hindemiths "Mathis der Maler", 1943 als Binz in →Paul Burkhards "Casanova in der Schweiz" und 1947 als Angelica in →Hans Haugs "Der unsterbliche Kranke" (musikalische Leitung: Haug). Gastverpflichtungen am →Grand Théâtre in Genf (1940 Marzelline und Susanna), am →Stadttheater Luzern (1942/43 Blondchen) sowie an der Staatsoper und Volksoper in Wien. Mehrere Einspielungen auf Tonträger. Aus gesundheitlichen Gründen musste F. ihre Karriere früh beenden.



Autor: Paul Suter



Bibliografische Angaben zu diesem Artikel:

Suter, Paul: Leni Funk, in: Kotte, Andreas (Hg.): Theaterlexikon der Schweiz, Chronos Verlag Zürich 2005, Band 1, S. 659.

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