Hans Haug

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* 27.7.1900 Basel, † 15.9.1967 Lausanne VD.

H. studierte bei Ernst Lévy und Egon Petri am →Konservatorium Basel und an der Musikakademie in München, unter anderem als Schüler von Ferrucio Busoni, Walter Courvoisier und Josef Pembaur. Danach Dirigent in Grenchen und Solothurn. 1928–34 Chordirektor und zweiter Kapellmeister am →Stadttheater Basel. 1935–38 Leiter des Orchestre de la Radio Suisse Romande. 1938–43 leitete H. das Radioorchester des Landessenders Beromünster in Zürich. Mitte der vierziger Jahre diverse Kompositionen für →Alfred RassersCabaret Kaktus. Seit 1947 Dozent für Musiktheorie am Konservatorium in Lausanne, daneben leitete er den Chœur de Lausanne. Auch Tätigkeit als Gastdirigent, unter anderem in Italien, Frankreich und Deutschland. H. komponierte Orchesterwerke, Kammermusik und Oratorien, doch sein Hauptinteresse galt dem Theater. Er komponierte Bühnenmusik (beispielsweise 1939 zu →Eduard Fritz Knuchels Basler Festspiel "Underem Lällekeenig" für die Schweizerische Landesausstellung in Zürich), Opern, Operetten sowie Radioopern und -operetten. Am →Stadttheater Basel wurden von H. uraufgeführt: die Oper "Don Juan in der Fremde" (5.12.1930, Regie: →Oskar Wälterlin, musikalische Leitung: →Gottfried Becker), die Volksoper "Madrisa" (15.1.1934, Regie: →Herbert Graf, musikalische Leitung: H.), die Oper "Tartuffe" nach Molière (24.5.1937, Regie: →Friedrich Schramm, musikalische Leitung: Becker), die Operette "E liederlig Kleeblatt" (3.9.1938, Libretto: Emil Beurmann nach Nestroys "Lumpazivagabundus", Regie: →Egon Neudegg, musikalische Leitung: →Alexander Krannhals), das Volksstück "’s Anneli us dr Linde" (26.10.1940, Libretto: →Rudolph Bodo Maeglin, Regie: Neudegg, musikalische Leitung: Krannhals), das Singspiel "Barbara" (23.1.1943, Libretto: →Gustav Hartung/→Kurd E. Heyne, Regie: Neudegg, musikalische Leitung: Krannhals), die Operette "Leute von der Strasse" (5.4.1945, Libretto: →Emil Hegetschweiler nach →Wilhelm Lichtenberg, Regie: →Werner Wolff, musikalische Leitung: Hans Ebbecke) und sein Ballett "L’Indifférent" (11.10.1947, Choreografie: →Heinz Rosen, musikalische Leitung: Becker). H. schrieb die Musik zu Maeglins Volksstück "Gilberte de Courgenay" (Uraufführung 24.8.1939 am →Schauspielhaus Zürich, Regie: →Leonard Steckel und →Richard Schweizer), das zum meistgespielten schweizerischen Drama der Kriegsperiode avancierte. Am 8.2.1947 fand am →Stadttheater Zürich die Uraufführung seiner komischen Oper "Der unsterbliche Kranke" nach Molière statt (Regie: →Hans Zimmermann, musikalische Leitung: H.). 1950 wurde am →Théâtre du Jorat in Mézières sein "Passage de l’Étoile" uraufgeführt. Weitere Bühnenwerke (Auswahl): Opern: "Ariadne" (Libretto: Emil Ludwig/Maurice Budry, 1944 konzertante Uraufführung in Basel, musikalische Leitung: Hans Münch), "Le Miroir d’Agrippine" (Libretto: →Fridolin Tschudi nach →Hans Müller-Einigen), "Orphée", "Les Fous"/"Die Narren" nach Goldoni, "Le Souper de Venise" (Libretto: Pierre Sabatier); Ballette: "Das Lob der Torheit" (1961); Radioopern und -operetten: "La Colombe égarée", "La Mère Michel", "L’Ilot des sirènes", "Leucosia", "Le Premier Chapeau". Er komponierte auch Musik zu Dokumentar- und Spielfilmen. 1942 erschienen seine Radiokommentare gedruckt: "Für Feinde klassischer Musik".

Auszeichnungen

unter anderem

  • 1951 1. Preis der Accademia Chigiana in Siena für sein Konzert für Gitarre und Orchester sowie
  • Prix Italia für die Radiooper "La Colombe égarée",
  • 1956 Preis der Société des auteurs et compositeurs dramatiques für die Oper "Orphée".

Literatur

  • Matthey, Jean-Louis/Perret, Louis-Daniel: Catalogue de l’œuvre de H. H., 1971.

Nachlass

  • Bibliothèque cantonale et universitaire Lausanne.


Autorin: Ingrid Bigler-Marschall



Bibliografische Angaben zu diesem Artikel:

Bigler-Marschall, Ingrid: Hans Haug, in: Kotte, Andreas (Hg.): Theaterlexikon der Schweiz, Chronos Verlag Zürich 2005, Band 2, S. 805–806, mit Abbildung auf S. 805.

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