Margret Weth-Falke

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* 24.12.1903 Zöblitz (D), † 17.12.1978 Basel. ∞  Felix Weth, Musiker.

Klavier- und Gesangsstudien in Leipzig und Berlin. Engagements (anfangs unter dem Namen Margarethe beziehungsweise Margret Falke) 1934/35 am Landestheater Oldenburg, 1936/37 und 1941/42 am →Stadttheater Basel, 1943–45 am →Stadttheater Zürich. W. debütierte 1934 in Oldenburg als Amneris in Verdis "Aida". Nach kurzer Tätigkeit an den Städtischen Bühnen Rostock musste sie Deutschland 1935 aus politischen Gründen verlassen. In der Spielzeit 1935/36 gastierte sie am Stadttheater Basel vorerst als Blumenmädchen in →Richard Wagners "Parsifal", bevor sie dort vorwiegend in Partien für Spielalt und dramatischen Mezzosopran zu sehen war. Allein in der Spielzeit 1936/37 sang sie Nicklausse in Offenbachs "Les Contes d’Hoffmann", Irmentraut in Lortzings "Der Waffenschmied", Amme in Mussorgskys "Boris Godunow", Lucia in Mascagnis "Cavalleria rusticana", Preziosilla in Verdis "La forza del destino", Isotta Gabrielli in Bernhard Paumgartners "Rossini in Neapel", dritte Dame in Mozarts "Die Zauberflöte", Knusperhexe in Humperdincks "Hänsel und Gretel", Morettina in der Uraufführung von →Ernst Kunz’ "Vreneli ab em Guggisberg" (Regie: →Oskar Wälterlin, musikalische Leitung: →Gottfried Becker), Czipra in Johann Strauß’ "Der Zigeunerbaron", Rosalia in d’Alberts "Tiefland", Maddalena in Verdis "Rigoletto" und Minka in Georg Jarnos "Die Försterchristl". W. gastierte in Basel 1939/40 als Eboli in Verdis "Don Carlo" und 1941/42 unter anderem als Marcellina in Mozarts "Le nozze di Figaro" und Ulrica in Verdis "Un ballo in maschera". Am Stadttheater Zürich, wo sie bereits 1942/43 als Amneris und Azucena in Verdis "Il Trovatore" sowie Ortrud in Wagners "Lohengrin" aufgetreten war, folgten 1943–45 Kontschakowna in Borodins "Fürst Igor", Gräfin Helfenstein in →Paul Hindemiths "Mathis der Maler", Giulietta in Offenbachs "Les Contes d’Hoffmann", Suzuki in Puccinis "Madama Butterfly", die Priorin und Madame de Lauriens in →Othmar Schoecks "Das Schloss Dürande" und "Venus", Ulrica und die Wagner-Partien Magdalena in "Die Meistersinger von Nürnberg", Kundry in "Parsifal", Erda in "Siegfried" (1944 unter Wilhelm Furtwängler), Fricka in "Die Walküre". Während der Kriegsjahre blieben ihre weiteren Verpflichtungen auf die Schweiz beschränkt: sie gastierte unter anderem am Stadttheater Basel (1.12.1945 Faida in der Uraufführung von Luigi Malatestas "Der unsichtbare Weg", Regie: →Egon Neudegg, musikalische Leitung: Becker), am →Stadttheater Bern (1942/43 Azucena, Fricka und Waltraute in "Die Walküre", 1944/45 Kundry, 1945/46 Amneris), am →Grand Théâtre in Genf (1944 Fricka), am →Stadttheater Luzern (1939/40 Azucena, 1940/41 Maddalena) und wiederum am Stadttheater Zürich (1946/47 Cornelia in Händels "Giulio Cesare in Egitto"). Nach dem Krieg Gastverpflichtungen am Gran Teatre del Liceu Barcelona (unter anderem 1947/48 Kundry), in Marseille (1949 Brangäne in Wagners "Tristan und Isolde"), am Teatro alla Scala Mailand (1950 in Wagners "Ring" unter Furtwängler) und am Teatro dell’Opera in Rom. Mehrere Einspielungen auf Tonträger. W.s Karriere fand gegen Mitte der fünfziger Jahre ein verhältnismässig frühes Ende. Tätigkeit als Gesangspädagogin in Basel.



Autor: Paul Suter



Bibliografische Angaben zu diesem Artikel:

Suter, Paul: Margret Weth-Falke, in: Kotte, Andreas (Hg.): Theaterlexikon der Schweiz, Chronos Verlag Zürich 2005, Band 3, S. 2086.

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