Samuel Schwarz

Aus Theaterlexikon
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* 27.8.1971 Langnau BE.

Wirtschaftsgymnasium (abgebrochen), Filmkurse an der Schule für Gestaltung in Bern, 1991–93 Mitarbeit bei den Weihnachtsmärchen der Berner Punk-Ikone Marie-Louise von Wattenwyl im →Dojo der Berner Reitschule, 1995–98 Schauspiel- und Regieausbildung an der →Schauspiel-Akademie Zürich. 1998 spielte S. bei der Aufführung von Wallace Shawns "Das Fieber" an der Schauspiel-Akademie Zürich (Regie: Andreas Erdmann). Als Schauspieler auch Auftritte am →Schauspielhaus Zürich: 1998 Arbeiter in →Bertolt Brechts "Die heilige Johanna der Schlachthöfe" (Regie: →Benno Besson) und 1999 Schläger in Horváths "Glaube Liebe Hoffnung" (Regie: Peter Palitzsch). Inszenierungen unter anderem von →Robert Walsers "Schneewittchen" (1997 im Podium der Schauspiel-Akademie Zürich). Zusammen mit Udo Israel 1998 Gründer der freien Theatergruppe 400asa, die sich – in Anlehnung an die dänischen Dogma-Filmemacher – in den Manifesten "Bekenntnis 99" und "Appendix 2000" zur Beschränkung und Transparenz der künstlerischen und insbesondere der technischen Mittel verpflichtete. In Einklang mit den darin formulierten Regeln standen die Produktionen "Apokalypse jetzt!!!", eine Lesung aus der Offenbarung des Johannes mit S., Fabian Krüger und Philipp Stengele (Premiere 26.12.1999, →Theaterhochschule Zürich), 1999 Horváths "Italienische Nacht" im Dojo in Bern und →Lukas Bärfuss’ "Vier Frauen. Singspiel" (Uraufführung 25.5.2000, →Schlachthaus Theater Bern, Regie jeweils: S.). S. inszenierte die ersten Uraufführungen von Bärfuss’ Theatertexten, darunter 1998 "Sophokles’ Ödipus" (in der Fussgängerunterführung am Escher-Wyss-Platz in Zürich), 2000 "Siebzehn Uhr siebzehn" (Theaterhochschule Zürich) und 2000 "Medeää. 214 Bildbeschreibungen" (Radiokulturhaus Wien, im Rahmen der Wiener Festwochen). Für diese Produktion erhielt 400asa am →Zürcher Theaterspektakel 2000 den ZKB-Förderpreis, die Produktion gastierte anschliessend am Maxim Gorki Theater Berlin. Dort inszenierte S. auf der Studiobühne sein mit Raphael Urweider verfasstes Kammerspiel "Neue Mitte" (Uraufführung 16.9.2001). Im gleichen Jahr führte S. Regie bei den Uraufführungen von Bärfuss’ "Die Reise von Klaus und Edith durch den Schacht zum Mittelpunkt der Erde" am Schauspielhaus Bochum, "Meienbergs Tod" am →Theater Basel sowie "Othello. Kurze Fassung" unter dem Titel "Othello – ein Blue Movie" am Deutschen Schauspielhaus in Hamburg, eine Inszenierung, in der er Film und Theater gleichrangig nebeneinander stellte. 2002 inszenierte S. mit 400asa die Schweizer Erstaufführung von Raoul Schrotts "Bakchen" am →Theaterhaus Gessnerallee Zürich (die fast gänzlich im Dunkeln spielte), Bärfuss’ Stück "august02", das im Rahmen der 1.-August-Feier der Schweizerischen Landesausstellung Expo.02 auf der Hauptbühne der Arteplage in Biel aufgeführt wurde, und Lessings "Miss Sara Sampson" am Theater Basel. Daneben verfasste er Theatertexte ("Piazza Grande", 2000) und führte Filmregie (unter anderem "Eden", 1999–2002; "Aufstand der Unanständigen", 2002, Koregie: Christoph Kohler).

Auszeichnungen

  • 1999 Zürcher Radiopreis für Text und Regie der siebenteiligen Hörfolge "Röstiblitz" (Radio LoRa).


Autor: Reto Caluori



Bibliografische Angaben zu diesem Artikel:

Caluori, Reto: Samuel Schwarz, in: Kotte, Andreas (Hg.): Theaterlexikon der Schweiz, Chronos Verlag Zürich 2005, Band 3, S. 1650–1651.

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