Agnes Fink

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* 14.12.1919 Frankfurt am Main (D), † 28.10.1994 München (D). ∞ 1945 →Bernhard Wicki, Schauspieler und Regisseur.

1936–38 Schauspielausbildung am Hochschen Konservatorium in Frankfurt. Debüt 1938 am Stadttheater Heidelberg, 1939–43 Engagement an den Bühnen der Reichsmessestadt Leipzig (unter anderem Isabella in Shakespeares "(Mass für Mass)", Marie in Goethes "(Clavigo)", und Klärchen in "(Egmont)", Titelrolle in Lessings "(Miss Sara Sampson)", Amalia in Schillers "(Die Räuber)"). 1943/44 am Bayerischen Staatsschauspiel München. Nach der Heirat mit dem im luzernischen Romoos heimatberechtigten Bernhard Wicki im Februar 1945 konnte F. in die Schweiz übersiedeln, wo sie bis 1949 am →Schauspielhaus Zürich engagiert war. F. spielte dort unter anderem 1946 die Tochter in der Uraufführung von →Max Frischs "(Santa Cruz)" und Perdita in Shakespeares "(Wintermärchen)" (Regie jeweils: →Heinz Hilpert) sowie Mee Lan in der Uraufführung von Frischs "(Die chinesische Mauer)" (Regie: →Leonard Steckel), 1947 Laura in Williams’ "(Die Glasmenagerie)" und Judith in der Uraufführung von →Friedrich Dürrenmatts "(Es steht geschrieben)" (Regie jeweils: →Kurt Horwitz), 1948 Cordelia in Shakespeares "(König Lear)" (Regie: →Oskar Wälterlin). Von Mai 1948 bis zur Saison 1949/50 als Gast am →Stadttheater Basel (unter anderem Titelrolle in Goethes "(Iphigenie auf Tauris)" und Célimène in Molières "(Der Misanthrop)", Regie jeweils: Horwitz). 1949–56 erneut am Bayerischen Staatsschauspiel München, unter anderem Rosalinde in Shakespeares "(Wie es euch gefällt)" und Viola in dessen "(Was ihr wollt)", Amalia in Schillers "(Die Räuber)" (Regie: Fritz Kortner) und Titelrolle in dessen "(Maria Stuart)" (Regie: Rudolf Noelte). Daneben Gastrollen an den Münchner Kammerspielen, an den Württembergischen Staatstheatern Stuttgart und am Schauspielhaus Zürich. Ab 1957 freischaffende Schauspielerin, unter anderem bei den Salzburger Festspielen (1973–77 Glaube in Hofmannsthals "(Jedermann)"), an den Münchner Kammerspielen (1976 Irma in Genets "(Der Balkon)", Regie: Ernst Wendt), an den Staatlichen Schauspielbühnen Berlins (1983 Marthe in Bonds "(Sommer)", 1985 Frau Alving in Ibsens "(Gespenster)", Regie: Ernst Wendt), am Bayerischen Staatsschauspiel München (1987 Agrippina in Racines "(Britannicus)", Regie: →Volker Hesse), am Thalia-Theater Hamburg (1993 Amme in Strindbergs "(Der Vater)"). Regelmässige Gastrollen am Schauspielhaus Zürich, unter anderem 1966 Alice in Albees "(Winzige Alice)" (Regie: August Everding), 1968 die Titelrolle in Shakespeares "(Antonius und Cleopatra)" (Regie: Wicki), 1979 Hekuba in Bonds "(Die Frau)", Titelrolle in García Lorcas "(Bernarda Albas Haus)" (Regie: →Werner Düggelin), 1981 Ranjewskaja in Tschechows "(Der Kirschgarten)", 1984 Mary in O’Neills "(Eines langen Tages Reise in die Nacht)" (mit →Will Quadflieg), 1986 die Titelrolle in Schillers "(Maria Stuart)" (Regie: →Gerd Heinz, mit →Maria Becker). Zahlreiche Film- und Fernsehrollen.

Auszeichnungen

unter anderem

  • 1957 Deutscher Kritikerpreis,
  • 1960 und 1961 Goldener Bildschirm,
  • 1975 Grosses Bundesverdienstkreuz der Bundesrepublik Deutschland.


Autor: Thomas Blubacher



Bibliografische Angaben zu diesem Artikel:

Blubacher, Thomas: Agnes Fink, in: Kotte, Andreas (Hg.): Theaterlexikon der Schweiz, Chronos Verlag Zürich 2005, Band 1, S. 595–596.

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