Volker Hesse

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* 30.12.1944 im Hunsrück (D). Sohn des Regisseurs und Theaterleiters →Rudolf H. ∞ Vreni Wächter, Filmregisseurin.

Studium der Theaterwissenschaft, Germanistik und Philosophie in Köln und Wien, 1971 Promotion. Regieassistenzen unter anderem am →Stadttheater Bern (bei →Will Quadflieg), an den →Basler Theatern (bei →Hans Hollmann) und am Burgtheater Wien (bei →Leopold Lindtberg). 1970/71 Dramaturg am →Atelier-Theater Bern. Inszenierungen am Atelier-Theater Bern (unter anderem 1972 Jack Pulmans "Der lachende Apfel", 1975 Millers "Alle meine Söhne", 1976 →Wolfgang Hildesheimers "Die Verspätung"), am →Galerietheater Die Rampe Bern (unter anderem 1973 die Schweizer Erstaufführung von Fernando Arrabals "Und sie legen den Blumen Handschellen an", 1976 Lessings "Die Juden"), am Stadttheater Bern (unter anderem 1973 →Max Frischs "Die chinesische Mauer", 1975 Feydeaus "Einer muss der Dumme sein", 1976 Hauptmanns "Die Ratten" und O’Caseys "Juno und der Pfau", 1977 Shakespeares "König Lear", 1978 Rostands "Cyrano de Bergerac", 1979 John Hopkins "Diese Geschichte von Ihnen", 1993 →Thomas Hürlimanns "Der Gesandte"), an den Münchner Kammerspielen (1978 Becketts "Endspiel"), an den Basler Theatern (1981 Molières "Der Menschenfeind", 1982 Shakespeares "Was ihr wollt", 1983 Hamptons "Die Wilden", 1984 Woody Allens "Gott") und am Düsseldorfer Schauspielhaus, wo er 1979–85 zum Leitungsteam gehörte (unter anderem 1980 Uraufführung von Jörg Grasers "Witwenverbrennung", 1983 Lessings "Nathan der Weise", 1985 Schnitzlers "Professor Bernhardi"). Die erfolgreiche Inszenierung von "Professor Bernhardi" wurde 1986 ans Bayerische Staatschauspiel München übernommen und 1987 zum Berliner Theatertreffen eingeladen. Weitere Inszenierungen am Bayerischen Staatsschauspiel München (unter anderem 1985 Dorsts "Heinrich oder Die Schmerzen der Phantasie" und 1986 Uraufführung von dessen "Ich, Feuerbach", 1988 Allens "Midsummer Night’s Sex Comedy", 1992 Dorfmans "Der Tod und das Mädchen"), am Schauspiel Bonn (unter anderem 1991 Uraufführung von Susan Sontags "Alice im Bett", 1992 Ibsens "Baumeister Solness") und am Maxim-Gorki-Theater Berlin (1991 Taboris "Weisman und Rotgesicht"). 1993–99 war H. zusammen mit →Stephan Müller Leiter des →Theaters Neumarkt in Zürich, das in dieser Ära zu einer der viel beachteten Bühnen in der Schweiz und im deutschsprachigen Ausland wurde. H. inszenierte unter anderem 1993 die deutschsprachige Erstaufführung von Tony Kushners "Angels in America", die Dürrenmatt-Collage "Fritz", 1995 Coline Serreaus "Weissalles und Dickedumm", 1996 die Uraufführung von Hürlimanns "Carleton", 1997 Schnitzlers "Liebelei" und wurde mit den Ensembleprojekten "In Sekten" (1994) und "Top Dogs" (1996, Textgrundlage: →Urs Widmer) an das Berliner Theatertreffen eingeladen. 1999 wurden die Direktoren und Ensemblemitglieder des Theaters Neumarkt mit dem Kunstpreis der Stadt Zürich ausgezeichnet. 1999 führte H. an den Bühnen der Stadt Köln Regie bei Schnitzlers "Das weite Land" und Albert Ostermaiers "The Making of B.-Movie", 2000 inszenierte er das →Welttheater Einsiedeln (Textbearbeitung: Thomas Hürlimann). Seit 2001 ist H. Intendant des Maxim-Gorki-Theaters Berlin, dort unter anderem Inszenierung der Uraufführung von Theresia Walsers "Die Heldin von Potsdam" und von Ostrowskijs "Wölfe und Schafe".



Autor: Mats Staub



Bibliografische Angaben zu diesem Artikel:

Staub, Mats: Volker Hesse, in: Kotte, Andreas (Hg.): Theaterlexikon der Schweiz, Chronos Verlag Zürich 2005, Band 2, S. 836, mit Abbildung auf S. 836.

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