Beatrice Föhr-Waldeck

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* 16.1.1932 Zürich, eigentlich Beatrice Föhr. Tochter der Opernsängerin und Gesangspädagogin Waldtraut Waldeck, Schwester des Schauspielers Harald F.

Aufgewachsen in Berlin, dort Abitur, daneben langjähriger Ballettunterricht (zuletzt vier Jahre an der Staatsoper Berlin). Schauspielausbildung bei Herma Clement, paritätische Bühnenreifeprüfung in Berlin. Gesangsstudien bei Waldeck sowie später in Köln und Zürich. 1953–55 erstes Engagement unter der Direktion von →Oskar Wälterlin am →Schauspielhaus Zürich, wo F. mehrere Hauptrollen verkörperte. Sie spielte unter anderem Donna Anna in der Uraufführung von →Max Frischs "Don Juan oder Die Liebe zur Geometrie", Isabella in Shakespeares "Mass für Mass" und Titania in dessen "Sommernachtstraum", Kurrubi in →Friedrich Dürrenmatts "Ein Engel kommt nach Babylon" (Regie jeweils: Wälterlin), Raina in Shaws "Helden" (Regie: →Werner Kraut), Meroe in Kleists "Penthesilea" (Regie: →Leopold Lindtberg) und Sara in Claudels "Die Geschichte von Tobias und Sara". Danach Engagements 1955/56 an der Städtischen Bühne Essen und 1956–64 an den Bühnen der Stadt Köln. In Köln trat F. beispielsweise auf als Beatrice in Shakespeares "Viel Lärm um nichts" (Regie: Friedrich Siems), Martha in Lasker-Schülers "Die Wupper" (Regie: →Hans Bauer), Königin Anna in Eugène Scribes "Ein Glas Wasser" (Regie: Oscar Fritz Schuh), Belle in O’Neills "O Wildnis!" (Regie: →Hans Lietzau), Marianne in Molières "Der Geizige" (Regie: Hans Karl Zeiser), Sängerin Julia in Jewgenij Schwarz’ "Der Schatten" (Regie: Rudolf Steinboeck), Königin Maria in Ionescos "Der König stirbt" (Regie: →Gerhard Klingenberg) sowie Fortunato in Offenbachs Operette "Madame l’Archiduc" (Regie: Michael Kehlmann). Parallel dazu Gastverpflichtungen in Basel am →Stadttheater (1959 Elisabeth von Valois in Schillers "Don Carlos", Regie: →Adolph Spalinger, und 1961 Beatrice in dessen "Braut von Messina") sowie an der →Komödie (1964 Königin Maria in Ionescos "Der König stirbt", Regie: →Egon Karter), zudem am Stadttheater Krefeld, an den Luisenburg-Festspielen Wunsiedel, den Burgfestspielen Jagsthausen und den Bad Hersfelder Festspielen. 1965–68 wirkte F. unter Lindtberg erneut am Schauspielhaus Zürich (unter anderem Crista in Audibertis "Die Zimmerwirtin", Desdemona in Shakespeares "Othello" und Olivia in dessen "Was ihr wollt", Araminthe in Anouilhs "Die Schule der Väter" und Diana Messerschmann in dessen "Einladung ins Schloss"). Danach zog sie sich aus familiären Gründen von der Bühne zurück, lebte aber weiterhin bei Zürich und übernahm vereinzelt Gastrollen, so in Zürich am →Theater am Neumarkt, Zürich ZH 1969 Cynthia in Stoppards "Der wahre Inspektor Hound" (Regie: →Peter Ehrlich) und am Schauspielhaus 1975 Divana in der Uraufführung von →Carl Zuckmayers "Der Rattenfänger" sowie an den Bühnen der Stadt Köln 1975/76 die Öffentliche Meinung in Offenbachs "Orpheus in der Unterwelt". Anfang der neunziger Jahre spielte F. als Gast bei der Gruppe →Il Soggetto (1990 Goneril in Shakespeares "King Lear" und 1992 Diamante in Pirandellos "Die Riesen vom Berge", Regie beide: →Franziska Kohlund). Neben ihren Bühnenengagements, wo sie insgesamt rund siebzig meist tragende Rollen spielte, übernahm F. diverse Fernseh- sowie zahlreiche Hörspielrollen für den Westdeutschen Rundfunk (WDR) und für das Schweizer Radio DRS.



Autorin: Tanja Stenzl



Bibliografische Angaben zu diesem Artikel:

Stenzl, Tanja: Beatrice Föhr-Waldeck, in: Kotte, Andreas (Hg.): Theaterlexikon der Schweiz, Chronos Verlag Zürich 2005, Band 1, S. 610–611.

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