Elias Perrig

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* 1965 Hamburg (D).

Nach der Matura in Luzern 1984–87 Studium der Biochemie an der Universität Basel. Regieassistenzen 1988–89 am →Städtebundtheater Biel-Solothurn und am →Stadttheater Luzern, 1989–91 am →Theater am Neumarkt in Zürich unter der Direktion von →Gudrun Orsky, 1991–93 an den Bühnen der Hansestadt Lübeck (dort 1993 Regiedebüt mit Taboris "Weisman und Rotgesicht") und 1993–94 am Staatstheater Kassel (1994 Inszenierung von Helmut Kraussers "Lederfresse"). Anschliessend wirkte P. als freischaffender Regisseur. Er inszenierte weiterhin regelmässig in Lübeck (unter anderem 1996 Williams’ "Plötzlich letzten Sommer" und Brian Friels "Wunderbares Tennessee", 1999 Shakespeares "Wie es euch gefällt") und Kassel (unter anderem 1997 Steven Berkoffs "Greek", 1998 →Bertolt Brechts "Im Dickicht der Städte"), daneben am Stadttheater Konstanz (1996 "Nachtgespinst" nach Shakespeare, 1997 Woody Allens "Kugeln überm Broadway") und am →Theater an der Winkelwiese in Zürich (1998 das Ensembleprojekt "Der letzte Henker" als Koproduktion mit dem →Theater Tuchlaube Aarau und dem →Schlachthaus Theater Bern). Seit 1999 ist P. unter der Schauspieldirektion von Friedrich Schirmer Hausregisseur am Staatstheater Stuttgart, wo er 1998 mit der deutschsprachigen Erstaufführung von Conor McPhersons "Das Wehr" debütiert hatte und nun pro Spielzeit für zwei Inszenierungen verantwortlich zeichnet (unter anderem 1999 Friels "Leben ein Tanz", 2000 →Robert Walsers "Schneewittchen" und Sophokles’ "Antigone", 2001 Martin Crimps "Auf dem Land", 2002 Rostands "Cyrano de Bergerac" und 2003 "Zug um Zug – Budapest 1944" nach Josef Rölz). Daneben Inszenierungen am Theater Neumarkt Zürich (1999 Schweizer Erstaufführung von Jelineks "Er nicht als er", 2001 Jaan Tättes "Bungee Jumping") und am →Schauspielhaus Zürich (2003 Jon Fosses "Der Sohn") sowie seit 2000 regelmässig an den Niedersächsischen Staatstheatern Hannover (unter anderem 2000 Kleists "Das Käthchen von Heilbronn", 2001 Millers "Hexenjagd", 2002 Neil LaButes "Das Mass der Dinge" sowie in Koproduktion mit dem Staatstheater Stuttgart 2004 Roland Schimmelpfennigs "Die Frau von früher"). Charakteristisch für P.s Schaffen, das neben Klassikern und Stücken der klassischen Moderne schwerpunktmässig zeitgenössische Dramatik umfasst, sind ein stilsicheres Gespür für poetische, hintergründige und fantasievolle Bilder sowie ein inszenatorischer Zugang, welcher bewusst der sprachlichen Vorlage und der Persönlichkeit der Schauspieler verpflichtet bleibt. Anfang 2005 wurde P. auf Beginn der Spielzeit 2006/07 zum neuen Schauspieldirektor des →Theaters Basels unter →Georges Delnon gewählt.

Auszeichnungen

  • 1998 Förderpreis für Regie des Gertrud-Eysoldt-Rings für "Das Wehr" und "Der letzte Henker",
  • 1999 Hauptpreis am Festival "Politik im Freien Theater" in Stuttgart für "Der letzte Henker".

Literatur

  • Burckhardt, Otto Paul: E. P. Nochmal die Welt in Ruhe betrachten. In: Theater der Zeit (Hg.): Werk-Stück. Regisseure im Porträt. Arbeitsbuch 2003.


Autorin: Tanja Stenzl



Bibliografische Angaben zu diesem Artikel:

Stenzl, Tanja: Elias Perrig, in: Kotte, Andreas (Hg.): Theaterlexikon der Schweiz, Chronos Verlag Zürich 2005, Band 2, S. 1392–1392.

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