Emil Hegetschweiler

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* 15.10.1887 Zürich, † 1.10.1959 Zürich. ∞ III. Julia Honegger (Schwester des Komponisten →Arthur Honegger).

Konditorlehre bei seinem Vater in Zürich, Gitarrestunden und Auftritte als Coupletsänger (erstmals als Zwanzigjähriger in der Tonhalle Zürich mit dem Couplet "Ach, ich bin ein Tanzwüterich"). Ab 1907 Laiendarsteller im →Dramatischen Verein Zürich mit jährlich zwei Aufführungen (unter anderem Kaspar Freulers "E gfreuti Abrächnig") jeweils im →Stadttheater oder im →Pfauentheater Zürich. Nach Arbeitsstellen in Würzburg, Dresden und Budapest, übernahm H. 1917 das Geschäft seines Vaters und leitete 1927–39 im heutigen Helmhaus die stadtbekannte "Konditorei Hegetschweiler". Dort fand die Gründung und Namensgebung des →Cabarets Cornichon statt. H. war in diesem ersten eigenständigen schweizerischen Kabarett ab 1934 eine der tragenden Säulen und wirkte bis 1942 als Mitautor und Darsteller. Vereinzelte Engagements hatte er am →Corso-Theater Zürich, am →Stadttheater Basel (1934 in Robert Stolz’ Operette "Zwei Herzen im 3/4-Takt"), am Stadttheater Zürich, am Schauspielhaus Zürich (1938 in Walter Leschs "Jedermann 1938", Regie: →Leopold Lindtberg, 1952 in →Jakob Bührers "Das Volk der Hirten", Regie: →Ettore Cella, 1955 im selben Stück an der →Komödie Basel, Regie: →Werner Kraut) und ab 1941 am →Bernhard-Theater in Zürich. Am 5.4.1945 wurde seine Mundartbearbeitung von →Wilhelm Lichtenbergs Milieustück "Leute von der Strasse" im →Stadttheater Basel uraufgeführt (Musik: →Hans Haug, Regie: →Werner Wolff). 1943 trat H. erstmals mit einem eigenen Ensemble im Corso-Theater auf, 1944 bildete sich ein festes Ensemble, das 1946 erstmals unter dem Namen "Hegi-Theater" auftrat (Tournee mit "Dem Herr Bölsterli sy Feriereis" nach Labiches "Voyage de Mr. Perrichon", Mundartfassung von H.). H. war einer der markantesten Vertreter des schweizerischen Volkstheaters, des Kabaretts und des Films. Popularität erlangte der Dialektschauspieler durch seine satirische Radiosendung "Tämperli und Tschümperli" und als Charakterdarsteller von Kleinbürgertypen, die er mit stiller Innerlichkeit und wohl wollender Ironie in über dreissig Spielfilmen von Lindtberg, →Franz Schnyder und →Kurt Früh verköperte (unter anderem 1954 Glunggenbauer in "Uli der Knecht", 1957 Hauptrolle in "Bäckerei Zürrer").

Auszeichnungen

  • 1959 Filmpreis der Stadt Zürich.

Literatur

  • Arnet, Edwin (Hg.): E. H. in seinem Leben – in seinen Rollen, 1960.

Nachlass

  • Stadtarchiv Zürich.


Autor: Mats Staub



Bibliografische Angaben zu diesem Artikel:

Staub, Mats: Emil Hegetschweiler, in: Kotte, Andreas (Hg.): Theaterlexikon der Schweiz, Chronos Verlag Zürich 2005, Band 2, S. 812, mit Abbildung auf S. 812.

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