Gottfried Fehr

Aus Theaterlexikon
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* 6.10.1913 Basel. ∞ Waltraut Demmer, Opernsängerin.

Studien in Basel (Klavier) und Wien (Gesang und Klavier). Ergänzendes Gesangsstudium bei Gunnar Graarud in Bayreuth und Wien. Engagements 1938/39 am Stadttheater Teplitz-Schönau, 1939–41 am Opernhaus Graz, 1941/42 am Theater des Volkes Dresden, 1943–53 und 1954–70 am →Stadttheater Bern, Bern BE und 1953/54 am Staatstheater Karlsruhe. Anfänglich Spiel- und seriöser Bass, dann Entwicklung zum Charakter- und Heldenbariton. Dank aussergewöhnlicher Musikalität, warm timbrierter, ausladender Stimmmittel und enormer schauspielerischer Wandlungsfähigkeit vermochte F. eine erstaunliche Vielfalt von spannenden Rollenporträts zu gestalten. Zu seinen eindrücklichsten Auftritten in Bern gehörten die Titelpartien in Bartóks "Herzog Blaubarts Burg", Bergs "Wozzeck", Händels "Giulio Cesare in Egitto", →Paul Hindemiths "Mathis der Maler", Massenets "Don Quichotte", Mozarts "Don Giovanni", Rimski-Korsakows "Das Märchen vom Zar Saltan" (1958, Schweizer Erstaufführung, Regie: →Hans Zimmermann, musikalische Leitung: →Niklaus Aeschbacher), Mussorgskys "Boris Godunow", Tschaikowskys "Mazeppa" (1960, Schweizer Erstaufführung, Regie: →Christoph Groszer, musikalische Leitung: Aeschbacher), Verdis "Simon Boccanegra" und "Macbeth", →Richard Wagners "Der fliegende Holländer" sowie Barak in Richard Strauss’ "Die Frau ohne Schatten" und Hans Sachs in Wagners "Die Meistersinger von Nürnberg". F. gastierte unter anderem beim Festival in Aix-en-Provence (1948 Don Alfonso in Mozarts "Così fan tutte"), am →Grand Théâtre in Genf (1948 Conte Robinsone in Cimarosas "Il matrimonio segreto"), am →Stadttheater Basel (1948/49 Don Giovanni, 1950/51 Amonasro in Verdis "Aida", 1953/54 Amfortas in Wagners "Parsifal"), an der Bayerischen Staatsoper im Prinzregententheater München (1952–58 Telramund und Gunther in Wagners "Lohengrin" und "Götterdämmerung"), am Teatro San Carlo in Lissabon (1953 Amfortas), in Bordeaux (1954 Telramund), Freiburg im Breisgau (1955/56 Wotan in Wagners "Die Walküre"), Frankfurt am Main (1955/56 Telramund und Don Pizarro in Beethovens "Fidelio"), an der Staatsoper Unter den Linden Berlin (1957/58 Gunther), in Dortmund und Stuttgart (Amonasro sowie Scarpia in Puccinis "Tosca"). In den fünfziger Jahren öfters bei der Berner Radio-Oper verpflichtet. Trat auch als Konzertsänger in Erscheinung. Pädagogische Tätigkeit am →Konservatorium für Musik Bern.



Autor: Paul Suter



Bibliografische Angaben zu diesem Artikel:

Suter, Paul: Gottfried Fehr, in: Kotte, Andreas (Hg.): Theaterlexikon der Schweiz, Chronos Verlag Zürich 2005, Band 1, S. 570.

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