Jacqueline Bügler

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* 22.7.1924 Mannheim (D). Tochter des Sängers, Schauspielers und Regisseurs Jacques B. und der Sängerin Friedel Kühlmann-B. ∞ →Fred Widmer, Sänger und Dirigent.

Gesangsausbildung bei Nelly Lieberknecht in Coburg und bei Oeckler in Nürnberg. Zusatzstudium in Zürich ab 1957 bei →Sylvia Gähwiller am Konservatorium sowie ab 1977 privat bei →Armin Weltner. Engagements (bis 1954 unter dem Namen Jacqui B.) 1945–49 am Landestheater Coburg (Debüt als Sylva Varescu in Kálmáns "Die Csárdásfürstin"), 1949–54 an den Städtischen Bühnen Nürnberg, 1954/55 am →Stadttheater Bern, Bern BE, 1955–61 am →Stadttheater Zürich und 1961–63 am Stadttheater Mainz. Danach freischaffend tätig. Als Operettensängerin zeichnete sie sich aus durch bemerkenswerte Stimmmittel, ein sprühendes Spieltalent sowie eine attraktive und charmante Erscheinung. Ihr Repertoire reichte von den Werken der goldenen Operettenära bis hin zum Musical. Am Stadttheater Bern debütierte sie als Fedora Palinska in Kálmáns "Die Zirkusprinzessin". Als weitere Aufgaben folgten Josepha Vogelhuber in →Ralph Benatzkys "Im weissen Rössl", die Titelpartien in Fritz Kreislers "Sissy" und Millöcker/Mackebens "Die Dubarry", Sonja in Lehárs "Der Zarewitsch", Annina in Johann Strauß’ "Eine Nacht in Venedig" und Evelyne Valera in Fred Raymonds "Maske in Blau". Ihre wichtigsten Partien der sechs Zürcher Jahre waren Florence in →Paul Burkhards "Drei mal Georges", Marguerite in Richard Heubergers "Der Opernball", die Titelrolle in Kálmáns "Gräfin Mariza", die Lehár-Rollen Angèle Didier in "Der Graf von Luxemburg", Lisa in "Das Land des Lächelns", Hanna Glawari in "Die lustige Witwe" und Zorika in "Zigeunerliebe", Agathe in André Messagers "Véronique", Laura in Millöckers "Der Bettelstudent", Helena in Oskar Nedbals "Polenblut", die Offenbach-Rollen Hélène in "La Belle Hélène", Eurydice in "Orphée aux enfers", Métella in "La Vie parisienne" und Justine Favart in der Schweizer Erstaufführung von "Madame Favart" (1960, Regie: Helmut Hansel, musikalische Leitung: Widmer), Lilli Vanessi in Cole Porters "Kiss Me, Kate", Anny Lohmayer in Robert Stolz’ "Zwei Herzen im Dreivierteltakt", die Johann-Strauß-Rollen Annina in "Eine Nacht in Venedig", Franziska Cagliari in "Wiener Blut" und Saffi in "Der Zigeunerbaron" sowie die Kurfürstin Marie in Zellers "Der Vogelhändler". Als Gast sang B. in der Schweiz am →Stadttheater Luzern (1964 Gräfin Mariza), am →Stadttheater Basel (1966 Annina), am →Stadttheater St. Gallen (1972 Josepha Vogelhuber), am →Stadttheater Winterthur (1971–74 Julia de Weert in Künnekes "Der Vetter aus Dingsda", Malwine von Hainau in Léon Jessels "Schwarzwaldmädel" und Margarete in Edmund Eyslers "Die gold’ne Meisterin"). Weitere Gastverpflichtungen unter anderem in Bremen, Heidelberg, am Badischen Staatstheater Karlsruhe, in Luxemburg, Mainz (unter anderem 1972 Titelpartie in Jerry Hermans "Hello, Dolly!"), am Staatstheater am Gärtnerplatz München, an der Volksoper Wien und am Hessischen Staatstheater Wiesbaden (1976/77 Iduna in Paul Burkhards "Das Feuerwerk"). Nach einer Frankreich-Tournee 1978/79 (als Spelunken-Jenny in →Bertolt Brecht/Weills "Die Dreigroschenoper") gab B. 1980 an den Städtischen Bühnen Mainz als Fedora Palinska ihren Bühnenabschied.



Autor: Paul Suter



Bibliografische Angaben zu diesem Artikel:

Suter, Paul: Jacqueline Bügler, in: Kotte, Andreas (Hg.): Theaterlexikon der Schweiz, Chronos Verlag Zürich 2005, Band 1, S. 290–291.

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