Stephan Müller

Aus Theaterlexikon
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* 7.7.1951 Oberbuchsiten SO.

Ab 1972 Statist und Regieassistent, 1973–75 Dramaturg an den →Basler Theatern bei →Werner Düggelin und →Hermann Beil. 1975 Aufnahme von Theater- und Tanzstudien in den USA. Zusammenarbeit mit Richard Foreman, Mabou Mines, Ric Zank und Robert Wilson an der Byrd Hoffman School of Birds. Mitbegründer der Gruppe "Red Wing/Mixed" in New York, die 1976–80 bestand. 1978–80 als Regisseur am →Schauspielhaus Zürich und Leiter der Reihe "Labor im Schauspielhaus": "Projekt um Nichts" nach Beckett, Handkes "Das Mündel will Vormund sein", "Ein Fräulein" nach Strindberg. Ab 1980 freier Regisseur und Projektmacher an den Theatern in Köln, Düsseldorf, Tübingen, Basel, Nürnberg, Hamburg (Kampnagel), San Francisco und New York (Public Theatre). 1988–93 Regisseur im Team von →Frank Baumbauer am →Theater Basel: 1988 "Jakob von Gunten" (von Hajo Kurzenberger/M., nach dem gleichnamigen Roman von →Robert Walser), 1989 Kleists "Prinz Friedrich von Homburg", 1990 Shakespeares "Was ihr wollt", 1991 Sophokles’ "Antigone", 1992 Becketts "Damals" und →Felix Praders "Mütter und Söhne" nach Javier Tomeo. 1993–99 gemeinsam mit →Volker Hesse Leiter des →Theaters Neumarkt in Zürich, das in dieser Ära zu einer der viel beachteten Bühnen in der Schweiz und im deutschsprachigen Ausland wurde. Dort inszenierte M. unter anderem 1993 "Phaidon" nach Platon, 1994 Becketts "Der Verwaiser", 1994 Peter Weiss’ "Marat/Sade", 1995 die Schweizer Erstaufführung von Wilson/Waits/Burroughs’ "The Black Rider", 1997 Goethes "Faust II", 1998 "Das Gastmahl" (M./Karl-Heinz Ott, nach Platon), 1999 Handkes "Der Ritt über den Bodensee". 1999–2002 Dramaturg und Regisseur am Burgtheater Wien unter der Direktion von Klaus Bachler. Dort in­szenierte er im Kasino am Schwarzenbergplatz 2000 "Nothing/Special" (nach Andy Warhol, mit Musik von Lou Reed und John Cale), 2001 "Alte Meister" (nach Thomas Bernhards gleichnamigem Roman) und 2002 die österreichische Erstaufführung von Sybille Bergs "Hund Frau Mann". Als Dramaturg Mitarbeit bei Einar Schleefs "Nietzsche-Trilogie" und Zusammenarbeit mit →Luc Bondy (Tschechows "Die Möwe" und Rezas "Drei Mal Leben"). Idee, Konzept und Dramaturgie für das Antonin-Artaud-Projekt "Die Nervenwaage" im Kasino (Inszenierung: →Joachim Schlömer, 2001). 2002 erneute Zusammenarbeit als Dramaturg mit Schlömer für dessen Uraufführung "The Day I Go to the Body" an den Salzburger Festspielen (Perner-Insel, Hallein). Im Rahmen des →Theater Festivals Basel 2000 inszenierte M. die Uraufführung von "Phaidros Rave" (Texteinrichtung: Ott/M./Benno Wirz, nach Platons "Phaidros" und Roland Schimmelpfennigs "Vor langer Zeit im Mai") im Museum für Gegenwartskunst, in Berlin am Maxim Gorki Theater 2001 die Uraufführung der Politrevue "Merkels Brüder" (nach Herlinde Koelbls Langzeitstudie "Spuren der Macht") und 2002 "Das Gastmahl" (Neuinszenierung). An der Schweizerischen Landesausstellung Expo.02 realisierte er "Let’s Get Rich" (auf der schwimmenden Arteplage mobile du Jura). Seit Herbst 2002 wieder freischaffend als Regisseur und Dramaturg tätig. 2003 inszenierte er im Rahmen der Zürcher Festspiele Jelineks "Ein Sportstück" als Koproduktion des Schauspielhauses Zürich und der →Hochschule Musik und Theater Zürich. Seit Herbst 2003 ist M. Leiter des Studiengangs Regie an der Hochschule Musik und Theater, nachdem er dort und an der Berliner Hochschule der Künste bereits zuvor regelmässig als Gastdozent tätig gewesen war. Seit 2004/05 als künstlerischer Beirat am →Berner Stadttheater tätig.

Auszeichnungen

  • 1999 Kunstpreis der Stadt Zürich an die Direktion und das Ensemble des Theaters Neumarkt Zürich.


Autor: Paul Schorno



Bibliografische Angaben zu diesem Artikel:

Schorno, Paul: Stephan Müller, in: Kotte, Andreas (Hg.): Theaterlexikon der Schweiz, Chronos Verlag Zürich 2005, Band 2, S. 1288–1289, mit Abbildung auf S. 1288.

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