Victor Hardung

Aus Theaterlexikon
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* 3.11.1861 Essen (D), † 2.7.1919 St. Gallen.

Zunächst Landwirt, dann kaufmännisch im Bergbau tätig. Danach Studium der Philosophie, Philologie und der Staatswissenschaften in Strassburg und 1888–93 in Zürich; dort 1893 Promotion mit der Arbeit "Über Wesen, Ursprung und Bedeutung des Metaphorischen in der Poesie". 1894–99 Redaktor am Flawiler "Volksfreund", 1899–1916 Feuilletonredaktor am "St. Galler Tagblatt". 1917 im zürcherischen Egg eingebürgert. H. begleitete publizistisch die fruchtbaren Jahre des →Stadt- und Aktientheaters St. Gallen unter der ersten Direktion von →Paul von Bongardt. Neben Gedichten, Erzählungen und Romanen verfasste H. über ein Dutzend Stücke mit historischen, legendenhaften und religiösen Stoffen. Seine Dramen ("Sälde", Uraufführung Stadt- und Aktientheater St. Gallen 1903; "Godiva", Uraufführung Dresden 19.3.1912; "Heimkehr", Uraufführung Stadt- und Aktientheater St. Gallen 1916; "Isanthe", Uraufführung Königliches Schauspielhaus Berlin 1917) stiessen zum Teil auf heftige Ablehnung; es hiess, sie würden zu sehr von dunklen Lyrismen dominiert und es fehle ihnen an Straffheit in Dialog und Handlungsführung. Besser kamen seine Lustspiele an, darunter vor allem "Durch Heirat zur Ehe" (Uraufführung 26.12.1916 →Stadttheater Zürich, Regie: →Alfred Reucker, mit →Leopold Biberti und →Elisabeth Bergner), das 1968 von den →Freunden des Volkstheaters Wädenswil wiederentdeckt und gespielt wurde (Premiere 6.3.1968, Regie: →Karl Meier). Weitere Bühnenwerke (Auswahl): Festspiel zur siebenten Säkularfeier der Gründung der Stadt Bern 1891 (zusammen mit Gottfried Schlumpf); "Kydippe" (1905, Uraufführung Stadt- und Aktientheater St. Gallen), "Daphne" (1912), "Hypermnestra" (1915). In H.s Roman "Die Brokatstadt" (1909) nimmt das Theaterleben St. Gallens einen wichtigen Platz ein.

Nachlass

  • Schweizerisches Literaturarchiv, Bern.


Autor: Tobias Hoffmann-Allenspach



Bibliografische Angaben zu diesem Artikel:

Hoffmann-Allenspach, Tobias: Victor Hardung, in: Kotte, Andreas (Hg.): Theaterlexikon der Schweiz, Chronos Verlag Zürich 2005, Band 2, S. 795–796.

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