Heidemarie Hatheyer

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* 8.4.1918 Villach (A), † 11.5.1990 Scheuren ZH, eigentlich Haide Marie Pia Nechansky, adoptierte Hatheyer. ∞ I. Wilfried Feldhütter, Kunsthistoriker, Dramaturg und Autor, ∞ II. 1952 →Curt Riess, Autor und Theaterkritiker. Mutter der Schauspielerin Regine Felden.

Debüt 1936 am Theater an der Wien, 1937–41 Engagement unter der Direktion von Otto Falckenberg an den Münchner Kammerspielen (unter anderem Anuschka in Billingers "Der Gigant", Luise in Schillers "Kabale und Liebe"), 1943/44 bei Gustaf Gründgens am Staatstheater Berlin (Hero in Grillparzers "Des Meeres und der Liebe Wellen", Desdemona in Shakespeares "Othello"). 1946–49 am Bayerischen Staatsschauspiel München, dann als regelmässiger Gast unter anderem am Hebbel-Theater Berlin, am Schiller-Theater Berlin (1952 Titelrolle in Gerhart Hauptmanns "Rose Bernd"), am Volkstheater Wien, ab 1954 regelmässig am Düsseldorfer Schauspielhaus (1954 Titelrolle in →Carl Zuckmayers "Ulla Winblad", 1957 Titelrolle in Schillers "Maria Stuart", 1965 Martha in Albees "Wer hat Angst vor Virginia Woolf?"in der Regie von →Werner Düggelin, 1968 Titelrolle in →Bertolt Brechts "Mutter Courage und ihre Kinder", 1970 Mutter Wolffen in Hauptmanns "Der Biberpelz"), am Renaissance-Theater Berlin (1954 Titelrolle in Lessings "Minna von Barnhelm"), am Burgtheater Wien (1960 Titelrolle in Grillparzers "Medea", 1964 Lady Macbeth in Shakespeares "Macbeth"), am Thalia-Theater und am Deutschen Schauspielhaus in Hamburg. 1955–82 spielte H. am →Schauspielhaus Zürich, unter anderem 1955 Temple Drake-Stevens in der Uraufführung von Faulkners "Requiem für eine Nonne" (Regie: →Leopold Lindtberg), 1957 Titelrolle in Hauptmanns "Rose Bernd" und 1961 Señora in der Uraufführung von →Max Frischs "Andorra" (Regie jeweils: →Kurt Hirschfeld), 1965 Frau John in Hauptmanns "Die Ratten", 1971 Christine in O’Neills "Trauer muss Elektra tragen", 1972 Titelrolle in der Uraufführung von →Rolf Hochhuths "Die Hebamme" (Regie: →Werner Kraut; 1974/75 auch auf Tournee für das Schweizer Tournée-Theater, Regie: →Horst Gnekow), 1974 Titelrolle in Brechts "Mutter Courage und ihre Kinder" (Regie: →Harry Buckwitz»), 1976 Hekabe in Euripides’ "Die Troerinnen", 1977 Claire Zachanassian in →Friedrich Dürrenmatts "Der Besuch der alten Dame" und 1980 Daja in Lessings "Nathan der Weise" (Regie: →Gerhard Klingenberg). H.s letzte Rolle am Schauspielhaus Zürich war 1982 Frau Alving in Ibsens "Gespenster" (Regie: Lindtberg); vom neuen Direktor →Gerd Heinz wurde sie nicht reengagiert. Als Gast wirkte H. auch am →Stadttheater Bern (1959 Titelrolle in Jeffers’ "Medea") und spielte auf diversen Tourneen (zuletzt 1984 Marie Bornemann in Fred Dengers "Langusten"). Seit 1936 zahlreiche Filmrollen (1940 "Die Geierwally", 1941 "Ich klage an"), Rundfunk- und Fernseharbeiten. Seit 1976 Mitglied der Akademie der Künste, Berlin.

Auszeichnungen

unter anderem

  • 1961 Josef-Kainz-Medaille der Stadt Wien,
  • 1963 Berliner Staatsschauspielerin,
  • 1967 Grillparzer-Ring,
  • 1989 Deutscher Filmpreis (für "Martha Jellneck").

Literatur

  • Riess, Curt: Die Frau mit den hundert Gesichtern. Requiem für H. H., 1991.


Autor: Thomas Blubacher



Bibliografische Angaben zu diesem Artikel:

Blubacher, Thomas: Heidemarie Hatheyer, in: Kotte, Andreas (Hg.): Theaterlexikon der Schweiz, Chronos Verlag Zürich 2005, Band 2, S. 802, mit Abbildung auf S. 802.

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